Herr Kammermann, Sie legen den Fokus einerseits darauf, Social-Media-User automatisiert zusammenzuführen. Auf der anderen Seite soll jedes Unternehmen die Möglichkeit erhalten, während eines beliebigen Zeitraums die Performance der Kampagne und das Budget zu messen. Welche Fragen müssen dabei zu Beginn geklärt werden?

Zuerst geht es um die Frage, ob ein interner CTO angestellt werden soll oder ob wir diese Aufgabe selber übernehmen. Dann muss geklärt werden, ob ein internes IT-Tech-Team eingestellt wird oder ob sich die Frage des Outsourcings stellt. Denkbar ist immer auch eine gemischte Variante. In unserem Fall war entscheidend, dass wir im Endausbau ein hochkomplexes Produkt auf den Markt bringen wollten, das Spezialisten-Know-how in diversen IT-Rollen verlangt. Zusätzlich wollten wir, dass die Business-Anforderungen und Möglichkeiten, welche die IT bietet, eng abgestimmt sind und zukunftsfähig bleiben. Dafür ist in Bezug auf die IT ein entsprechendes Business-Verständnis erforderlich. Das fängt erfahrungsgemäss schon bei einer gemeinsamen Sprache an.

Haben Sie denn einen passenden Partner gefunden?

Da wir aus IT-Sicht Themen wie Fotos, Videos, Kommunikation, Mobile und hochskalierbare Systeme abdecken, haben wir einen Partner ausgewählt, der sich in diesen Bereichen auskennt und uns mit dem nötigen Start-up-Know-how und der technischen Umsetzung unterstützt. Gelegen kam uns dabei, dass wir als Start-up einen Teil der zu leistenden Entwicklungsarbeiten in Aktien bezahlen konnten. Zudem können wir unser IT-Know-how ohne zusätzliche Kosten auch im Fall von Marktverzögerungen sicherstellen. Aus einem Lieferanten wurde ein Partner, der unsere Vision verfolgt.

Worauf fokussieren Sie in erster Linie?

Wir verstehen uns als Werbe-Service-Dienstleister für Unternehmen, die eine Marke, einen Brand oder ein Produkt auf sämtlichen Social-Media-Plattformen via Social-Media-User kommunizieren und verbreiten möchten. Die User benutzen dafür eine Foto-Video-App. Die Aufnahmen werden automatisch auf Social Media gepostet und mit der möglichst perfekten Kampagne, passend zum Absender und Fotoinhalt dargestellt. Die Verbreitung und die anvisierte Zielgruppe sind kontrollier- und messbar.

Was heisst das konkret?

Unsere App-User sind die perfekten Markenbotschafter. Sie versuchen, ihre Freunde und Followers auf Social Media von ihren Lieblingsbrands zu überzeugen. Eine Art von One-to-One-Marketing oder ganz einfach formuliert Word-of-Mouth auf Social Media. Die Ambassadoren werden dabei anhand ihres Erfolges und der erzielten Reichweite belohnt.

Haben Sie konkrete Beispiele, um dies zu illustrieren?

Ein bekannter Sportler kann zum Beispiel auf seinen Fotos seine Sponsoren kommunizieren. Oder Event-Besucher verbreiten auf ihren Fotos die Event-Sponsoren. Auch ein KMU kann so willkommene Aufmerksamkeit generieren.

Wie sind Sie bei der Gründung Ihres Start-ups vorgegangen?

Vier Unternehmer haben die Firma 2014 gegründet. Ein erster Prototyp der App war danach im App Store erhältlich. Auch ein erster Proof of Market mit zahlenden Kunden ist bereits abgeschlossen. Für ein schnelles Wachstum planen wir eine Finanzierungsrunde. Wichtig ist hier auch, IT-Kompetenz, in unserem Fall mit einem externen Partner, vorweisen zu können. Damit sinkt für den Investor das Umsetzungsrisiko.

Wie geht es nun weiter?

Zukünftig werden wir mit zunehmendem Wachstum auch interne IT-Stellen schaffen, die das System weiterentwickeln und unterhalten können. Sobald wir eine bestimmte Reife erreicht haben, bietet unser IT-Partner seine Aktien zum Verkauf an, um in neue Projekte zu investieren.