Welche Unternehmen brauchen ein ERP-System?
Jedes grössere Unternehmen ab zehn Personen braucht heute für die verschiedenen Geschäftsprozesse ein ERP-System. Typische Funktionsbereiche sind etwa Materialwirtschaft, Produktion, Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Personalwirtschaft, Forschung und Entwicklung sowie Verkauf und Marketing und die Stammdatenverwaltung.
 

Wie kann ein solches System aussehen?
Jedes Unternehmen hat im Grundgedanken ähnliche Bedürfnisse wie Personal, Einkauf und Verkauf. Bei der elektronischen Abbildung dieser Prozesse kommt ein ERP zum Einsatz. Bei Kleinstunternehmen reicht oft der Einsatz von Office-Produkten, etwa zum Schreiben von Rechnungen. Die Buchhaltung wird dann meist an externe Büros ausgelagert. Spätestens ab zehn Mitarbeitern lohnt es sich, ein ERP-Programm anzuschaffen und alle Geschäftsprozesse im eigenen Betrieb durchzuführen. Da eine ERP-Software die Prozesse elektronisch festhält, ist ein aktueller Überblick über den Geschäftsverlauf stets gegeben. Das Führen einer Firma wird dadurch einfacher.
 
Welche aktuellen Trends zeichnen sich ab?
In der Schweiz zeigt sich, dass auch ganz kleine Unternehmen auf ERP-Software umstellen. Die neue Führungsgeneration setzt verstärkt auf elektronische Prozesse, denn damit sind sie aufgewachsen. Beim Mittelstand und in Konzernen steht die Integration von Filialen und Tochtergesellschaften im Vordergrund. Das kleine SAP Business One System bietet dazu zum Beispiel eine kostenlose Integrationsplattform an, welche dies ermöglicht. Der Trend besteht in der Verbindung von heterogenen ERPs in eine weltweit strukturierte ERP-Landschaft als Two-Tier Strategie. Als weiteren Trend sehe ich die Mobilisierung der Mitarbeiter und Kunden. Das heisst, dass Geschäftsprozesse vermehrt auf das Mobiltelefon ausgelagert und in Apps verpackt werden.
 
Welche Aussichten sehen Sie für die Zukunft?
Ich glaube, in Zukunft werden die mobilen Prozesse noch viel ausgefeilter. Mobile Payment lautet das Zauberwort. Das bedeutet, dass in naher Zukunft Rechnungen und Einkäufe direkt mit dem Mobiltelefon bezahlt werden. Für viele Unternehmen entstehen dadurch neue Herausforderungen, um mit dieser Technologie mithalten zu können. Aber natürlich auch grosse Chancen und neue Geschäftsmodelle. Mit dem richtigen ERP kann man sich schon heute darauf einstellen. Daneben geht der Trend hin zum «Internet of Things» – nicht nur Personen sondern auch Maschinen werden sich mit dem Internet verbinden. Bereits heute wird elektronisch ausgewertet, welches Teil einer Maschine kaputt ist – schon bald wird die Maschine aber gleich die Reparaturmeldung an den zuständigen Lieferanten schicken können.