Zusätzlich ist ein hohes Mass an Kostentransparenz erforderlich. Deshalb setzt Schmid seit 1995 auf die betriebswirtschaftlichen Programme von ABACUS Research. Heute hat das Unternehmen eine Enterprise-Ressource-Planning-Lösung der St. Galler im Einsatz. «Weil alle Module in das Gesamtsystem integriert sind, ergeben sich weder Datenredundanzen noch Medienbrüche» , berichtet Toni Kägi, Software-Verantwortlicher bei Schmid. «Alles ist immer auf dem aktuellen Stand – von der Kundenkartei über die Produktion bis zu den Lagerbeständen.» Der Vorteil einer solchen Komplettlösung liegt auf der Hand: Ein Verzicht auf Schnittstellen in andere Abteilungen wie den Einkauf oder die Fertigungsplanung gewährleistet über die gesamte Prozesskette eine hohe Qualität und schnelle Verfügbarkeit der Daten, welche nur noch einmal erfasst werden müssen. «Damit minimieren wir mögliche Fehlerquellen und sparen viel Geld» , betont Kägi. Gerade bei einem international tätigen KMU mit einer Exportquote von 60 Prozent und Kunden in Ländern wie Deutschland, Italien oder Frankreich, aber auch Japan oder Chile, ist eine transparente Kontrolle der Abläufe im Unternehmen von immenser Bedeutung. So kann man beispielsweise sofort einschreiten, wenn es irgendwo Probleme gibt – etwa bei der Bezahlung. «Wir arbeiten mit Teilrechnungen und müssen immer den aktuellen Zahlungsstand im Blick haben. Ausserdem erlaubt uns die ERP-Lösung eine Prognose der mutmasslichen Umsätze und somit eine belastbare Liquiditätsplanung.» Insgesamt haben die Thurgauer 30 000 Artikel im Stamm abgebildet. Um alle betrieblichen Prozesse bei der Fertigung von Standard- und Individualanlagen im Griff zu haben, liess Schmid auch das PPS (Produktionsplanung und –steuerung) des KMU-Softwarespezialisten integrieren, welches die Lohnfertigung beherrscht und komplexe Abläufe im Anlagenbau ermöglicht – von der Offerte bis zur Abnahme und Fakturierung. Stolze 750 000 PPS-Buchungen wurden in den letzten sieben Jahren über das System abgewickelt.

Individuelle Tools trotz ­Standardsoftware
Bis heute hat die Schmid AG alle Prozesse mit ihrer ERP-Lösung abbilden können, wobei sie durch ihren Implementierungspartner bsb.info.partner AG optimal unterstützt wurde. Wesentliche Vorzüge der Software sind laut Kägi die vorhandenen Customizing-Möglichkeiten wie das Scripting und die offenen Schnittstellen: «In den 15 Jahren, in denen wir die Software einsetzen, sind wir nie an Grenzen gestossen. So lassen sich problemlos länderspezifische Besonderheiten wie die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze einbinden, aber auch neue Buchhaltungsvorschriften, wie sie seit kurzem von den deutschen Finanzämtern verlangt werden.» Auch das Ziel einer lückenlosen Kostentransparenz wurde realisiert. Neben einer sauberen Einkaufsdisposition ist eine aussagekräftige Kostenrechnung unabdingbar, die nur mit einem integrierten System möglich ist. Das Unternehmen betreibt übrigens eine Nachkalkulation, sodass sich für jedes einzelne Projekt genaue Zahlen und der Deckungsbeitrag ausweisen lassen. Funktional begeistert die Gesamtlösung durch ihre Flexibilität und Anpassbarkeit. «Die Ansprüche an unsere ERP-Software wachsen ständig», erklärt Philip Lüscher, Verkaufsleiter und designierter CEO von Schmid. Für einen Betrieb dieser Grössenordnung sei es nur noch mit einer integrierten Software möglich, die notwendige Transparenz für die Führung des Unternehmens zu bekommen.