Was sind Ihre Schwerpunkte im Bereich Business-Consulting und warum braucht der Markt solche Angebote?
Die NOVO befasst sich in erster Linie mit der umsetzungsorientierten Beratung. Das heisst, betriebswirtschaftliche Konzepte sollen mit innovativen IT-Lösungen in der Praxis einen Nutzen stiften. Dies aus der Überzeugung, dass reine Prozess-Konzepte ohne starken Umsetzungsbezug nicht realisiert werden können.

Was verbirgt sich hinter Workflow Management und warum ist es von grosser Bedeutung für den ­Erfolg einer Firma?
Die effiziente Bearbeitung von Geschäftsfällen wird immer mehr zu einem Schlüsselthema, weil sie immer stärker innerhalb von Unternehmen und über deren Grenzen hinaus erledigt werden. Der Steuerung dieser Prozesse sowie der Transparenz über die Prozesse kommt eine zentrale Bedeutung zu. Immer häufiger werden Kunden direkt in die Prozesse eingebunden und erfüllen einen Teil der Arbeit; beispielsweise, indem sie Anträge direkt erfassen.

Viele Firmen verfügen heutzutage über ERP-Systeme. Wie sieht hier nach Ihrer Einschätzung die weitere Entwicklung aus?
Wir stellen einige Trends fest. Einerseits gibt es Kunden, die eine «gewachsene» ERP-Infrastruktur haben, die heutigen Anforderungen nicht mehr ohne Weiteres gerecht wird. Andererseits erweitern Unternehmen ihre Prozesskette über die eigenen Grenzen hinaus, was grosse Konsequenzen auf die IT-Lösungen hat.

Welche Fehler werden von Einsteigern mit ERP-Systemen besonders häufig gemacht?
Man kauft zu billig ein, weil man den Eindruck hat, dass es etwas Einfaches ist. Während der Projektarbeit ist dann die Ernüchterung gross, aber das entsprechende Budget schon aufgebraucht.

Warum sind branchenspezifische Lösungen für eine erfolgreiche Umsetzung so wichtig?
Nur wenn sich der Kunde verstanden fühlt, kann ein Projekt erfolgreich sein. Dies umso mehr, weil die Lösungen tendenziell generischer und standardisierter werden. Also gilt es, Lösungen zu «branchifizieren» .

Können auch kleinere Firmen von systematisch optimierten Prozessketten profitieren?
Gerade solche Unternehmen befinden sich im Spannungsfeld anspruchsvoller Prozessketten und könnten sehr wohl davon profitieren. Oft ist dies aber eine Frage der Implementierungskosten.

Woran erkennt man einen ­guten Dienstleister in diesem ­Bereich, und worauf muss man bei der Suche achten?
In unserer Branche ist generell auf die Nachhaltigkeit der Lösung zu achten. Nicht wer alles verspricht oder das günstigste Angebot abgibt, ist am Schluss auch die beste Wahl.

Welche Rolle wird Cloud ­Computing, das Vorhalten von Software und Daten im Internet, in Zukunft spielen und für welche Anwendungsgruppen wird dies relevant sein?
Eine schwierige Frage. Cloud kann bereits heute im Bereich von kurzfristig notwendigen Testumgebungen sehr gute Dienste liefern und wird sich wohl auch bei einmaligen, einfachen und wenig sensitiven Themen durchsetzen.

Was sind die weiteren ­Branchentrends für 2011?
SAP will die In-Memory-Technologie lancieren. Hierbei werden die Daten nicht auf Festplatten oder im Cache gespeichert, sondern direkt im Arbeitsspeicher. Dadurch können Datenanalysen fast in Echtzeit erfolgen, was das Thema Business Intelligence mittelfristig revolutionieren wird.

Wo sehen Sie für Ihr ­Unternehmen das grösste ­Zukunftspotenzial?
Wir setzen konsequent weiter auf die umsetzungsorientierte Beratung und schätzen das Potenzial von Technologien in den Bereichen Business Process Management, Business Intelligence sowie Mobile-Lösungen hoch ein.