Denn durch den verstärkten Einsatz von Robotik und Automation sichern Unternehmen nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit, verhindern die Abwanderung von Schlüsseltechnologien, schaffen qualifizierte Arbeitsplätze und erobern neue Märkte. Automatisierung sorgt für gleichbleibend hohe Qualität mit Hundertprozentiger Wiederholgenauigkeit, unbestechlichen Qualitäts-Checks und permanenter Rückverfolgbarkeit. Das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Maschine sorgt gleichzeitig für höherwertige und sichere Arbeitsplätze, da monotone oder körperlich belastende Tätigkeiten von hochspezialisierten Maschinenparks übernommen werden – denn Roboter kennen weder Gelenkentzündungen noch Muskelkater. Bildverarbeitungssysteme sorgen für Fehlerfreiheit und ständige Prozessoptimierung, hoch präzise Montageanlagen für maximalen Output bei hoher Qualität.

Bedeutung des Industriesektors

Die Bedeutung eines starken Industriesektors für den Erfolg einer Volkswirtschaft rückt wieder in den Vordergrund. Von Re-Shoring spricht man in den USA und verfolgt das Ziel der Reindustrialisierung durch die Modernisierung von Fabriken mit dem Ziel der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. In China wirken sowohl höhere Qualitätsansprüche als auch steigende Löhne als Treiber für den Einsatz von Automatisierungstechnik. Derzeit ist China der mit Abstand dynamischste Absatzmarkt für Robotik und Automation. Auch Europa hat die Bedeutung des Industriesektors erkannt und wird mittelfristig verstärkt in dessen Modernisierung investieren. Die International Federation of Robotics prognostiziert einen Anstieg der weltweit installierten Roboter auf 1,7 Millionen bis Ende 2016.

Nachholbedarf an Automatisierungstechnik

Die reine Anzahl der in einem Land installierten Industrieroboter kann jedoch ein irreführender Massstab sein. Ein geeigneterer Gradmesser des aktuellen Automatisierungsgrades einer Volkswirtschaft ist die Roboterdichte. Sie gibt die Zahl der im Einsatz befindlichen Industrieroboter pro 10 000 Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe an. Nach Analysen der International Federation of Robotics besitzt Korea mit 396 die höchste Roboterdichte, gefolgt von Japan (332) und Deutschland (273). Die durchschnittliche Roboterdichte der Welt liegt bei 58. Ein Blick auf die schnell wachsenden Volkswirtschaften zeigt, dass diese noch einen hohen Nachholbedarf an Automatisierungstechnik aufweisen. So hat China als zweitgrösster Robotermarkt noch eine Roboterdichte von nur 23. Noch weit darunter liegen Brasilien (8), Russland (2) und Indien (1). Dies lässt den Schluss zu, dass es insbesondere in den schnell wachsenden Volkswirtschaften noch einen erheblichen Nachholbedarf für die Robotik und Automation gibt. Doch wie sieht die Automation der Zukunft aus? Sie wird durch direktere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine gekennzeichnet sein. Roboter werden zunehmend aus ihren Käfigen ausbrechen und in einem gemeinsamen Arbeitsbereich – ganz ohne Schutzzaun – mit dem Werker zusammenarbeiten. Das setzt hohe Sicherheitsstandards voraus, die bereits heute zur Verfügung stehen. Kürzere Produktlebenszyklen und höhere Variantenvielfalt erfordern neue Ansätze für die Produktion von immer kundenspezifischeren Produkten. Die allgegenwärtige Vernetzung mit dem Internet, die unsere Alltagskommunikation bereits revolutioniert hat, hält nun Einzug in die Fabrikhallen: Das Konzept der Industrie 4.0 wird die Robotik und Automation flexibler und leistungsfähiger machen, neue Geschäftsmodelle und individuellere Produkt ermöglichen. Doch auch ausserhalb der Fabriken wird sich die Robotik durchsetzen – und zwar nicht nur als Rasenmäher- oder Spielzeugroboter. Die Servicerobotik erobert neue, kommerzielle Anwendungsfelder und ist auf der Zielgeraden zu einem selbständigen Industriesektor. Wo bisher oft noch die Forschung im Vordergrund stand, entwickeln sich neue Unternehmen und Anwendungen. Nach Angaben der IFR wurden weltweit zuletzt 16 100 Serviceroboter für den professionellen Gebrauch verkauft – in der Landwirtschaft, als logistische Systeme, in der Medizin und vielen anderen Einsatzgebieten.