Welche Bedeutung hat das Glas­fasernetz für den Standort Zürich?
Ein flächendeckendes Glasfasernetz bietet dem Lebens-, Wirtschafts-, Forschungs- und Bildungsstandort Zürich eine zukunftsweisende Infrastruktur, schafft neue Arbeitsplätze und stellt den technologischen Vorsprung der Stadt Zürich im Wettbewerb mit anderen Städten sicher.

Welche Firmen profitieren vor allem?
Besonders profitieren werden die KMUs, die regelmässig grosse Datenmengen übertragen, und für die eine eigene Erschliessung mit Glasfasern bisher zu teuer war. Man denke zum Beispiel an die vielen Ingenieur- und Architekturbüros, Grafikateliers oder Werbeagenturen. Nicht zu vergessen sind Unternehmen aus dem Bausektor, die durch den flächendeckenden Ausbau des ewz.zürinet neue Aufträge erhalten.

Was hat die Bevölkerung vom Glasfasernetz?
Auch für Privathaushalte wird ein schneller Internetzugang immer wichtiger. Diese können für Fernsehen, Internet und Telefonie aus mehreren Anbietern (Service Provider) auf dem ewz.zürinet auswählen, und der Wechsel zu einem andern Anbieter ist einfach. Dank dem Wettbewerb werden sie weniger bezahlen – dies auch deshalb, weil mit einem Abonnement auf dem ewz.zürinet die Anschlussgebühr entfällt, die heute in die Kassen der privaten Netzbetreiber fliesst. Deren Infrastruktur basiert weitgehend auf Kupferkabeln.  

Hat die Glasfaser Zukunft?
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die Nachfrage nach Bandbreiten weiterhin deutlich zunimmt, denn es erscheinen sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich immer wieder neue Anwendungen, die rege genutzt werden. Video-on-demand oder Cloud Computing sind nur zwei Beispiele dafür. Hält diese Entwicklung an, erreichen die derzeit verfügbaren Netzwerke (ADSL, VDSL oder die Kabelnetze) gemäss diversen Studien spätestens in einigen Jahren ihre Grenzen. Aus heutiger Sicht gibt es mindestens mittelfristig keine Alternative zur Glasfasertechnologie.
 
Was ist denn beim Glasfasernetz anders als bei den Kupferkabeln?
Glasfasern sind aus Glas bestehende dünne Fasern, welche optische Signale bis zu den Empfangsgeräten transportieren können. Die Kupferkabel hingegen transportieren elektrische Signale. Mit der optischen Übertragung können mehr Informationen pro Zeiteinheit übertragen werden und das Herunterladen von Daten dauert gleich lang wie das Hochladen. Ausserdem ist das übertragene Signal auf der Glasfaser unempfindlich gegenüber elektrischen und magnetischen Störfeldern und bietet eine höhere Abhörsicherheit.

Weshalb gehört das Glasfasernetz in die Hand der Stadt Zürich?
Weil es eine volkswirtschaftlich wichtige Infrastruktur ist und als solche gehört sie in die öffentliche Hand. Als (Mit-)Eigentümerin nimmt die Stadt Zürich Einfluss auf Qualität, Ausbaugeschwindigkeit, Preis, diskriminierungsfreie Nutzung und Werterhalt.

Sie wollen 400 Mio. Franken in das Netz investieren, ein stattlicher Betrag. Ist das ewz dazu in der Lage?
Ja, wir gehen davon aus, dass alle anfallenden Investitions- und Betriebskosten über die Zeitdauer von 30 Jahren aus den laufenden Einnahmen der Glasfasernetz-Nutzung bezahlt werden können. Gemäss Businessplan erwarten wir nach ungefähr 15 Jahren ein positives Ergebnis.
 
Ist seit der Volksabstimmung die Nachfrage gestiegen?
Ja, das ewz stellt eine erhöhte Nachfrage nach den Angeboten auf dem ewz.zürinet fest. Auch für die Service Provider ist die Ausgangslage nun klar, und es ist davon auszugehen, dass sie ihre Angebote aktiver vermarkten.

Was bedeutet es für das Unternehmen ewz, in so grossem Stil ins Telekom-Geschäft einzusteigen?
Der Bau und Unterhalt eines Leitungsnetzes ist eine Kernkompetenz des ewz. Bereits heute besitzt das ewz in der Stadt Zürich ein flächendeckendes Stromnetz mit Anschluss in alle Gebäude. So können die Telekommunikationsleitungen in den Rohrblöcken des ewz gebündelt werden. Auf der andern Seite ist das Vorhaben eine grosse Herausforderung, denn es war von Grund auf eine neue Planung erforderlich. Ferner braucht es zahlreiche neue Mitarbeitende und der Bau muss sowohl stadtintern als auch mit der Swisscom koordiniert werden.

Bis wann ist das ewz.zürinet fertiggestellt und in welcher Reihenfolge werden die Quartiere berücksichtigt?
Der Ausbau erfolgt bis 2019 flächendeckend, das heisst rund 240 000 Wohnungen und Geschäfte werden mit Glasfasern erschlossen. Die Planung erfolgt in Absprache mit Swisscom und mit dem Tiefbauamt der Stadt Zürich. Wichtig für die Reihenfolge sind zwei Faktoren: Quartiere werden möglichst angrenzend erschlossen und geplante Tiefbauarbeiten sollen mitberücksichtigt werden. So sind die Baukosten tiefer und die Lärmemissionen geringer.