Alles beginnt mit einer Idee. Vielleicht kennen Sie das: Sie stehen vor der Lösung eines Problems und sind der Überzeugung, Ihr Lösungsansatz oder neues Produkt sollte der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden. Doch bei realistischer Betrachtung scheitert es häufig an unternehmerischem Wissen, Zeit oder der Finanzierung des ganzen Projekts.

Von der Menge finanziert

Viele Dinge sind zwar noch nicht erfunden worden, aber die Finanzierungsmethoden werden einfacher. So tauchte in den letzten Jahren immer wieder der englische Begriff des Crowdfundings auf, welcher sprachhistorisch betrachtet erstmals zu Beginn der 2000er-Jahre entstand und sich mittlerweile im internationalen Sprachgebrauch als Anglizismus etablierte. Der Begriff Crowdfunding setzt sich aus den Wörtern crowd [deutsch: (Menschen-)Menge] und funding (deutsch: Finanzierung) zusammen und bezeichnet eine relativ neue Finanzierungsmethode, die mithilfe des Internets möglich geworden ist. Mit dieser Art der Finanzierung, die auch unter dem Namen Schwarmfinanzierung bekannt ist, lassen sich beispielsweise Produkte, Handelsgüter, Vorhaben, Geschäftsideen oder Firmengründungen finanzieren.

Gegenleistung

Die Geldbeschaffung erfolgt häufig über Crowdfunding-Plattformen im Internet, in denen das Geld in Form von Beteiligungsdarlehen (beziehungsweise partiarische Darlehen) oder durch Privatpersonen mit Fremdkapital direkt an den Unternehmensgründer geht. Neben nationalen Crowdfunding-Plattformen gibt es auch regionale Crowdfunding-Initiativen. Diese fokussieren sich vor allem auf Projekte und Start-ups aus der eigenen Region. Zumeist sind die Crowdfunding-Projekte auf eine Dauer von 30 bis 90 Tagen begrenzt. Sollte der Initiator des Projekts innerhalb der Zeit des festgesetzten Finanzierungsrahmens das Budgetziel nicht erreichen, so erhalten alle Geldgeber ihr Geld zurück und es wird kein Geld an den Projektinitiator vergeben. Falls das Projekt jedoch erfolgreich ist und das Geld an den Initiator vergeben wird, erhalten die Unterstützer eine Gegenleistung beziehungsweise Prämie. Jeder Unterstützer kann sich je nach finanzieller Unterstützungshöhe die für ihn passende Gegenleistung (Rechte, Geld, Sachleistungen oder Dienstleistungen) heraussuchen. Nachdem ein Projekt erfolgreich finanziert wurde, ist der Projektinitiator verpflichtet, diese Gegenleistungen zu erbringen.

Nischen-Projekte

Das Crowdfunding gilt tendenziell als Möglichkeit für die Finanzierung von Nischen-Projekten; doch gibt es vier verschiedene Formen des Crowdfundings. Diese werden oft vermischt, doch die Unterschiede liegen in der Art der Gegenleistung für den Investor. Unterschieden werden kann zwischen den folgenden vier Arten:

Equity-based Crowdfunding

Oft wird diese Art auch als "Crowdinvesting” bezeichnet, weil es sich um eine Investition mit finanzieller Gegenleistung handelt. Mit ihrem Investment erwerben die Kapitalgeber oft Beteiligungen an Unternehmen, bei denen sie vom Umsatz und Gewinn des Unternehmens profitieren.

Lending-based Crowdfunding

Auch unter dem Begriff "Crowdlending” bekannt, beschreibt es das Sammeln von Kapital, bei dem die Investoren als Gegenleistung einen Prozentsatz des eingesetzten Kapitals als Verzinsung erhalten. Über viele Geldgeber werden kleine Geldbeträge zu einem grösseren Kredit zusammengefasst und die Tilgung des Kredites erfolgt zu den vorab vereinbarten Konditionen.

Rewards-based Crowdfunding

Diese Art des Crowdfundings ist in den USA das am häufigsten genutzte, da die anderen Crowdfunding-Arten dort gesetzlich stark reguliert werden. Unter der Rewards-based-Crowdfunding-Form versteht man das Investieren von Kapital in Projekte oder Unternehmen, von denen man als Gegenleistung beispielsweise einen Prototypen oder ein Geschenk, jedoch keine direkte finanzielle Vergütung erhält. In Europa werden mit dieser Art häufig kreative Projekte finanziert, wie zum Beispiel Filmproduktionen, Dokumentationen oder Musikalben.

Donation-based Crowdfunding

Dies ist wohl die einfachste Form des Crowdfundings: Hier geht es um finanzielle Spenden, ohne dass der Investor eine materielle Gegenleistung zu erwarten hat. Die Gegenleistung ist allenfalls immateriell, denn den Spendern geht es primär darum, bei der Lösung von Problemen zu helfen und anderen Menschen Gutes zu tun. Durch die Spendengelder können Projekte und Vereine für den guten Zweck unterstützt werden.