Wie kommen junge Start-up-Gründer mit einer innovativen Idee zu Startkapital?
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um an Startkapital für das eigene Projekt zu kommen. Grundsätzlich stehen Grants, Kredite, Preisgelder oder Aktienkapital zur Finanzierung von Start-ups zur Verfügung.

In der ersten Phase kommt das Kapital oftmals von der Familie und Freunden, Stiftungen oder Acceleratorprogrammen wie zum Beispiel Venture Kick. Auch Hochschulen, Universitäten und Kantone unterstützen die innovativen Gründer mit Kapital. Business Angels und später Venture-Capital-Investoren stellen Kapital gegen eine Beteiligung am skalierbaren Unternehmen zur Verfügung.

Welche Gefahren birgt eine Finanzierung durch einen externen Investor?

Nicht jeder Investor passt zu jeder Start-up-Idee. Wer Venture Capital sucht, muss ein skalierbares Businessmodell haben, das stark auf Wachstum ausgelegt ist, eine internationale Perspektive hat und einen Exit in fünf bis sieben Jahren anstrebt.

Nur die wenigsten Start-ups erhalten Geld von Venture Capitals. Grundsätzlich sollte man sich immer nach einem sogenannten Smart Money Investor Ausschau halten, der neben dem Kapital auch Know-how oder ein Netzwerk einbringen kann.

Was halten Sie davon, dass immer mehr Start-ups durch Crowdfunding finanziert werden?

Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Formen des Crowdfundings: Lending, Ordering/Gifting, Equity und Donating. Für Start-ups, welche ein Produkt für Privatkunden entwickeln, ist Crowdfunding vor allem interessant, weil sie die Produktionskosten so an ihre Kunden outsourcen können.

Denn diese finanzieren das Produkt vor, bevor es hergestellt wird.

Ist die Schweiz attraktiv für Start-up-Investoren?

Die Investitionen in Hightech Start-ups haben sich in den letzten fünf Jahren knapp verdreifacht. Im Jahr 2016 stellten in- und ausländische Geldgeber Risikokapital in der Höhe von 909 Millionen zur Verfügung, rund 35 Prozent mehr als im Vorjahr.

Neben den Schweizer und europäischen Kapitalgebern investieren auch vermehrt amerikanische VCs in Schweizer Start-ups, weil hier die Firmenbewertungen noch deutlich tiefer und somit attraktiver sind als im Silicon Valley. Auch die grossen Tech-Konzerne wie Apple, Facebook, Google oder Intel haben die Schweizer Qualität zu schätzen gelernt und kaufen Hightech-Start-ups und bauen entsprechende Firmen in der Schweiz auf.

Wie werden ausländische Investoren auf Schweizer Firmen aufmerksam?

Seit 16 Jahren gibt es die Schweizer Start-up-Nationalmannschaft. Dabei reisen die venture leaders mit einem Team von zehn ausgewählten Start-ups im Bereich Technologie nach San Francisco, Lifescience nach Boston, Cleantech nach China oder Fintech nach New York, um Schweizer Start-ups im Ausland zu vertreten.

Zudem gibt es seit dem Jahr 2010 den TOP 100 Swiss Startup Award, bei dem 100 Investoren und Experten jährlich die 100 Start-ups mit den grössten Erfolgsaussichten wählen. Dieses Ranking hat eine globale Ausstrahlung und ist ein Leitfaden für ausländische Investoren.