Auf der Rangliste der grössten Arbeitgeber in der Schweiz findet sich zuoberst die Genfer Mineralölhandelsgruppe Vitol, noch vor Glencore, dem weltgrössten Rohstoffhandelsgiganten.

Gefolgt von Trafigura – ebenfalls Rohstoffhändler. Was diesen Unternehmen gemeinsam ist: Kaum jemand ausserhalb der Wirtschaftsbranche kennt die Personen, die ihnen vorstehen.

Da ist kein Patron, mit dem die Firma identifiziert werden würde. Bei Hayek denkt man an Swatch. Beim grossen Duttweiler an Migros und bei Bühler an Stadler Rail. Doch der Patron ist ein Auslaufmodell. An seine Stelle tritt ein oft unpersönlicher Verwaltungsrat.

Was im Englischen und Französischen als Entrepreneur bezeichnet wird, ist im Deutschen eben dieser «Macher»: der Mann (oder die Frau), der (die) ein Unternehmen aus dem Boden stampft, Risiken eingeht und reüssiert. Studien teilen diese Unternehmer in verschiedene Typen auf:

  • Der ideenreiche Akquisitionstyp: Er handelt aus dem Bauch heraus. Seine Kreativität kennt keine Grenzen. Das Risiko scheut er nicht. Auch das Networking fällt ihm leicht
  • Der rationale Ausdauertyp: Er hält Belastungen stand. Analysiert seine Probleme. Ist stressresistent und zieht anspruchsvolle den leichten Arbeiten vor
  • Der distanzierte Leistungstyp: Er sucht die Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung. Darum arrangiert er sich ungern. Liebt die Herausforderung
  • Der ichbezogene Aktivitätstyp: ein Egozentriker, der sich nichts vorschreiben lässt. Ist rastlos und innovativ. Profitiert von seinen starken Antriebskräften
  • Der kontrollierte Machttyp: dominiert gerne, legt dabei Wert auf seinen Status und die Hierarchie im Unternehmen. Agiert kühl und analytisch

Volkswirtschaftliche Entwicklungstheorien unterscheiden zudem zwischen dem «Pionier-» und dem «Nichtpionier-Unternehmer». Der Pionier zeichnet sich durch Innovation und Schaffensfreude aus, bei ihm steht nicht immer der finanzielle Gewinn im Vordergrund.

Wogegen der Nichtpionier Neuerungen durchsetzt, Ressourcen kombiniert und sich als Organisator hervortut. Der «Kirznersche Unternehmer» wiederum nutzt Lücken aus, reagiert auf Gelegenheiten, da das ökonomische System permanent im Ungleichgewicht ist.

Alle diese Typen besitzen Eigenschaften, die sich auf ihren Erfolg auswirken. Durchsetzungskraft ist allen eigen. Als charismatische Manager sind sie den Mitarbeitern Vorbild, sogar Vaterfigur.

Die Vision dieser Unternehmer ist stets klar kommuniziert. Während CEOs in börsenkotierten Unternehmen die kurzfristigen Erwartungen der Aktionäre im Auge haben und im Fall eines Misserfolgs bald abtreten, kann der Inhaber seine Firma langfristiger leiten.

Solche Unternehmer nehmen selten überstürzt den Hut. Sie leben die altmodische, aber treffende Vorstellung des Wirtschaftskapitäns, der sein Schiff durch den Sturm steuert.