Seit seiner Jugendzeit träumt Gregor Lüscher davon, eines Tages eine eigene Firma auf die Beine zu stellen und eine neue spannende Aufgabe anzupacken. «Ich liebe es, besser zu werden und zu sehen, wie etwas Formen annimmt», sagt der 28-Jährige.

Sein Unternehmen sollte irgendetwas mit Gastronomie zu tun haben. Über diesen Bereich, der ihn schon immer interessierte, habe er sich in den letzten Jahren einen Fundus an praktischen und theoretischen Erfahrungen zugelegt, unter anderem mit dem Besuch der Hotelfachschule sowie auch als Angestellter.

GmbH gegründet

Eine gute Vorbereitung auf das neue Leben als Selbstständiger erachtet er als unumgänglich. Erst jetzt fühlte er sich in der Lage, den Schritt als Unternehmer zu wagen. «Our first lunch service», posteten Gregor Lüscher und seine Freundin Natalie Hüsser am 26. September 2017 auf Facebook. Die beiden gründeten eine GmbH und nannten ihre Firma Kings and Swans GmbH.

Das Geschäftsmodell der beiden ist nicht neu, liegt aber im Trend. Kochende Nomaden kann man diese Kleinunternehmer nennen.

Mit rollenden Imbissbuden und frischen Gerichten suchen sie ihren Kundenkreis – und mit guter Laune. «Wir wollen nicht nur Essen verkaufen, sondern auch ein Lebensgefühl vermitteln», betont Gregor Lüscher im Gespräch.

Vorerst im Raum Zentralschweiz aktiv

Träume und Pläne sind das eine – doch wie sieht es mit einem Business-Plan aus?

Zweimal pro Woche stellen sie ihren Foodtruck inzwischen im Raum Luzern am Mittag auf. Die genauen Standorte sind jeweils auf der Homepage vermerkt, ein Ausbau ist geplant. Geworben wird vor allem mit Ice Cream Sandwiches, einem Dessert aus den USA, ihr USP sozusagen.

«Wir möchten gerne auch ins Catering-Geschäft einsteigen und bei Festivals mitmachen», lautet ihr Ziel. Und geografisch gesehen können sie sich gut vorstellen, eines Tages auch ausserhalb der Zentralschweiz tätig zu sein.

Träume und Pläne sind das eine – doch wie sieht es mit einem Business-Plan aus? Zahlt sich das Geschäft überhaupt aus? Für einen fundierten Businessplan sei es noch zu früh, räumt Lüscher ein.

Er habe zwar einen erstellt, doch er will und müsse noch die ersten Erfahrungen und Ergebnisse abwarten, bevor er in die Tiefe gehen könne.

Eine weitere Herausforderung, mit der sich Jungunternehmer immer wieder konfrontiert sehen, ist eine Vielzahl von Auflagen und Vorschriften, gerade im Gastronomiebereich. Dessen ist sich Lüscher durchaus bewusst.

Immerhin seien die behördlichen Vorgaben wenigstens nicht so umfangreich wie bei einem Restaurant. «Die Challenge bei einem Foodtruck liegt darin, die Lebensmittelstandards auf kleinem Raum und mit limitierten Ressourcen einzuhalten und trotzdem ein tolles Produkt zu liefern», fasst er zusammen.

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut

Viele neue Aufgaben packen sie in dieser ersten Phase ihrer Selbstständigkeit step-by-step selber an, wollen sich intensiv in die Materie einarbeiten und die richtigen Prioritäten zu setzen versuchen. «Unser Ziel ist es, am Anfang den Einblick in so viele Bereiche der Firma wie nur möglich zu erhalten.»

Neue Regeln und Vorschriften der Behörden, die Suche nach neuen Standorten und passenden Produkten, um den Publikumsgeschmack möglichst gut zu treffen: Das gehöre nun einmal bei einer Firma dazu, die sich stets neuen Gegebenheiten anpassen müsse.

Dass man dabei auch einmal «auf die Schnauze» fliegen könne, sei in Kauf zu nehmen.

«Dann stehen wir eben wieder auf.» «Learning by doing» nennt sich das in der Fachsprache – die häufigste Lernform in einem lebenslangen Lernprozess. Gilt nicht nur für Start-ups.