Grundsätzlich haben verschiedene Investoren unterschiedliche Ansprüche an ein Projekt. Es gibt Investoren, welche primär an Finanzthemen interessiert sind, andere richten ihr Augenmerk vornehmlich auf die Produkte, die Innovation oder auch das Unternehmerteam.

Letztlich ist der Businessplan ein Dokument, welches die Ideen und Pläne der Unternehmerinnen und Unternehmer beschreibt. «Es sollte somit als Gesamtkunstwerk schlüssig und stimmig sein, aber auch jeder Abschnitt für sich sollte in sich aufgehen», betont der Experte Jan Fülscher.
 

Genügend ehrgeizig sein

Aus Sicht eines Investors ist die Hauptfrage: Wird dieses Team auf dem vorgeschlagenen Weg die selbst gesteckten Ziele erreichen können, und was kann und soll mein Beitrag dazu sein? Durch das Lesen des Businessplans, so Fülscher, erhofft sich der Investor, diese Fragen beantworten zu können.

«Extrem wichtig ist die Zusammenfassung des Businessplans, weil sie eine Übersicht über das geplante Projekt gibt. Sie soll alleine lesbar sein und die wichtigsten Eckdaten enthalten, soll aber auch neugierig machen», erläutert Fülscher.

Auch der Finanzteil ist eine Art Zusammenfassung: Die Umsetzung des Vorhabens wird auf Kennzahlen und Finanzzahlen reduziert. Kenner können aus dem Finanzteil sehr viel herauslesen, darum sollte dieser unbedingt stimmen und einigermassen umsetzbar, aber auch genügend ehrgeizig sein.
 

Detaildaten nicht vergessen

Was darf bei einem Businessplan auf keinen Fall vergessen gehen? Alle Kapitel des Businessplans, so Fülscher, müssen enthalten sein. «Diskutieren kann man höchstens darüber, ob verschiedene Szenarien drin sein müssen und ob es eine Risikoanalyse braucht. Manche Investoren verlangen diese Teile zwingend.»

Häufig vergessen gehen die Detaildaten des Unternehmerteams: Der Investor möchte wissen, mit wem er es zu tun hat. Auch wenn viele dieser Daten via soziale Netzwerke und Internet-Recherchen ermittelt werden können, so sollten die Unternehmer doch die Chance nutzen, sich selbst darzustellen.

«Letztlich ist der Businessplan ein Verkaufsdokument, und man sollte sich deshalb in einem guten, aber nicht zu einseitigen Licht darstellen.»


Immer wieder anpassen

Viele Unternehmer vergessen, dass ein Businessplan eine Hypothese über eine mögliche Zukunft ist. Das heisst, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Personen und des Teams sind extrem wichtige Aspekte und die Unternehmer sollten unbedingt zeigen, dass sie über diese Eigenschaften verfügen.

Gibt es auf der andern Seite Aspekte, die im Businessplan vermieden werden sollten? Ein Businessplan sei nicht ein Instrument der Selbstdarstellung, gibt Fülscher zu bedenken. «Er sollte nicht zu aufwendig daherkommen, denn es handelt sich um ein Arbeitsdokument, das immer wieder mal angepasst werden sollte.»
 

Alternativen diskutieren

Was machen aus Fülschers Sicht viele Start-ups falsch? Manche Unternehmerinnen und Unternehmer würden vielfach Planung mit Realität verwechseln. «Sie beharren dann auf ihrer Darstellung und ihrem Vorgehen und sind nicht bereit, Alternativen anzudenken oder zu diskutieren.

Wollen Unternehmer Erfolg haben, so müssen sie flexibel sein und ihr Vorhaben dauernd der Realität anpassen.» Andererseits wollen Investoren spüren, dass ein unbedingter Wille zum Erfolg da ist und dass das Team nicht beim ersten Fehlschlag aufgeben wird.

 

5 Tipps zum perfekten Businessplan

Die Inhalte des Plans hängen von der Zielgruppe und den unterschiedlichen Ansprüchen der Investoren ab.

  1. Struktur und Form des perfekten Businessplans sind mehr oder weniger standardisiert. Man findet dazu Vorlagen und Beispiele etwa beim SECO, dem Staatssekretariat für Wirtschaft. Manchmal finden sich auch Businesspläne, die als Folien gestaltet sind, wobei der Aufwand dabei häufig fast grösser ist als bei einem Fliesstext. Wichtig ist, dass der Businessplan vollständig ist.
  2. Zur Zusammenfassung: Viele Investoren lesen zuerst die Zusammenfassung und entscheiden dann, ob sie sich mit dem Rest des Dokuments auseinandersetzen wollen. Dementsprechend sollte die Zusammenfassung kurz sein und rund eine Seite umfassen. Selbstverständlich sollte die Zusammenfassung fehlerfrei verfasst sein. Es empfiehlt sich deshalb, die Zusammenfassung zum Gegenlesen zu unterbreiten.
  3. Zu den Personalien: Der wichtigste Erfolgsfaktor für das Unternehmen sind die Personen. Darum sollten die wichtigsten Personen so beschrieben sein, dass sich die Leser ein Bild über diese Personen machen können. Dieses Bild sollte wahrheitsgetreu und realistisch wiedergegeben werden und den Tatsachen entsprechen.
  4. Finanzen: Der Finanzteil enthält eine Prognose der Entwicklung der nächsten Jahre und ist somit in gewisser Hinsicht eine Zusammenfassung der anderen Teile in Zahlenform. Der Finanzteil sollte in sich stimmig und attraktiv sein sowie unbedingt von einem Branchenkenner validiert werden.
  5. Produkt und Markt: Viele Unternehmer legen zu viel Gewicht auf die Produkte und zu wenig Gewicht auf die Märkte – dabei ist der Verkauf ein mindestens genauso grosser Erfolgsfaktor.