99,7 Prozent aller Schweizer Unternehmen sind KMU. Dieses Rückgrat der Wirtschaft ist empfindlich. Denn es sind gerade die kleinen und mittleren Betriebe, deren IT-Infrastrukturen ungenügend und deren Daten nicht gesichert sind.

Wichtigkeit der IT

Eigentlich fassen zwei Drittel der Start-up-Firmen den Vorsatz, die IT an einen externen Dienstleister auszulagern. Letztlich tut das aber nur jedes zehnte Jungunternehmen. In den meisten Fällen wohl, weil in der Anfangsphase Zeit und Geld fehlen. Das sorgt dafür, dass Start-ups sich erst ihre eigene IT-Landschaft aufbauen. Und erst outsourcen, wenn sie an ihre Grenzen stossen. Doch die Wichtigkeit der funktionierenden IT nimmt nicht nur aufgrund der Betriebssicherheit zu. Sondern zunehmend wegen des Datenschutzes.
 

Cyberkriminalität nimmt zu

Der Cyberangriff mit der Schadsoftware «Wanna Cry» hat jüngst gezeigt, wie verletzlich selbst die IT-Systeme grosser Unternehmen sind. Mit sogenannter «Ransomware» werden Informatikprogramme eingeschleust, die die Daten sozusagen als Geisel nehmen. Erstmals wurde in der Schweiz 2013 ein erheblicher Schaden durch Malware mit dem Namen «Cryptolocker» verursacht – ein Phänomen, das nun immer häufiger auftritt.

Zahlen, wie viele Schweizer Unternehmen betroffen sind, wurden noch nie erhoben. Der Bund geht von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Störungen nicht gemeldet werden. Für Cyberkriminelle, deren Methoden laufend effizienter werden, ist die Schweiz darum ein einträglicher Markt.

Offenbar sind die KMU noch nicht ausreichend sensibilisiert, allenfalls darum, weil man glaubt, solche Angriffe würden nur «lohnenswerten» Firmen gelten. Der Bereich des Risikomanagements in der IT hat vor allem darum Nachholbedarf, weil gerade in Kleinbetrieben kein dafür ausgebildetes Personal eingestellt werden kann.
 

Wächst das Unternehmen, steigt der Bedarf an IT-Lösungen

Ein Blick ins Telefonbuch zeigt, dass diese Problemstellung für einen ganz neuen Wirtschaftszweig gesorgt hat: Firmen, an die KMU ihre IT outsourcen können. Schon aufgrund der digitalen Transformation ist heute die IT-Infrastruktur eine unabdingbare Voraussetzung.

Die Mittel junger Unternehmer sind begrenzt – und weil sich das Geschäft ja erst entwickelt, muss die IT so gewählt werden, dass sie sich der Entwicklung des Geschäftsmodells anpassen kann. Wächst das Unternehmen, steigt erfahrungsgemäss der Bedarf an IT-Lösungen.

Noch vor wenigen Jahren genügte die «klassische Ausstattung» eines Start-ups vollauf: ein Server, eine Verkabelung, eine Telefonanlage, Internetanbindung, Datensicherung. Der heutige Anspruch setzt andere Prioritäten: breitbandiger Internetanschluss, cloudbasierte Datenablage, lokaler Storage für grosse Datenmengen, WLAN-Infrastruktur, virtuelle Telefonanlage.