Wie steht es aber um zukünftige Gründerinnen und Gründer? Kann und soll man eine Firma gründen ohne spezifisches Know-how? Ist «Learning by Doing» das Erfolgsmantra für Neugründungen? Kann man Unternehmertum lernen?

Die Forschung der letzten Jahre zeigt klar: Das eigentliche «Handwerk» kann man sich aneignen, die Vision, das Engagement und die Leidenschaft wie auch den erforderlichen inneren Antrieb kann man zwar entwickeln, aber nicht lernen.

Über 90 Prozent der Top-100-Start-ups in der Schweiz haben dennoch in frühen Phasen oder im Hinblick auf Wachstum und Internationalisierung spezifische Start-up-Trainingsangebote in Anspruch genommen


Es gibt natürlich immer wieder Charaktere, die auch ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund zum Unternehmer geboren sind. DieseFähigkeiten müssen jedoch gezieltaktiviert werden.

 

Doch selbst Gründerinnen und Gründer mit betriebswirtschaftlicher Ausbildung sehen sich beim Aufbau eines Start-ups mit speziellen Herausforderungen in Sachen Mitarbeiterführung, komplexes Termsheet für die Finanzierung oder auch Diskussionen über Partnerschaften mit mächtigen Konzernen konfrontiert, die so nicht vermittelt werden.

Über 90 Prozent der Top-100-Startups in der Schweiz haben dennoch in frühen Phasen oder im Hinblick auf Wachstum und Internationalisierung spezifische Start-up-Trainingsangebote in Anspruch genommen.

Denn neben Geld, Zeit und personellen Ressourcen fehlen meist auch elementare Kenntnisse und Fähigkeiten, um erste Erfolge zu erzielen. Potenzielle Investoren, Kunden und Schlüsselpartner möchten in erster Linie den nächsten Meilenstein sehen, bevor sie sich entschliessen aufzuspringen.

Die Anforderungen, denen sich Jungunternehmer und Jungunternehmerinnen stellen müssen, können weder in der Schule, im Studium noch im etablierten Unternehmen so erlernt werden – Methodik, Herangehensweise und Fokussierung sind im Start-upModus ganz einfach anders.

Auch die Ansprüche variieren je nach Gründungs- oder Unternehmensphase gewaltig. Nach der ersten Inspiration zu einer Geschäftsidee müssen Bedürfnisse und Anforderungen zunächst einmal verifiziert werden. Der potenzielle Gründer sollte die grundlegenden «Tools» zur erfolgreichen Gründung und Führung eines Start-ups hierbei kennenlernen und mit Gleichgesinnten seine Ideen diskutieren, herausfordern, konkretisieren, abwägen und gegebenenfalls anpassen.

Ist der Zeitpunkt für die Gründung dann endlich gekommen, sollten Jungunternehmer/-innen sich sehr intensiv mit ihrer Idee auseinandersetzen und sich die wichtigen Instrumente aneignen, um ihre Businessidee nicht nur am Markt zu prüfen, sondern auch Strategien zu entwickeln, um sich gegen Mitbewerber durchsetzen zu können.

Nur wenige Unternehmen in der Schweiz schaffen den Sprung zu nachhaltigem Wachstum. Denn selbst wenn das eigene Start-up eine gewisse Grundstabilität erreicht hat, braucht es weitere Kompetenzen, um sich Themen wie Wachstumsfinanzierung und Internationalisierung zu stellen.

Für die Vermittlung des nötigen Know-hows steht in der Schweiz ein vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot zu Verfügung. Die von der Kommission für Technologie und Innovation national angebotenen Programme für Entrepreneurship Training sind zum Beispiel ein ideales Gefäss, um sich mit minimalem Aufwand d.h. weder zeit- noch kostenintensiv wertvolles Rüstzeug für jede Phase des kreativen Gestaltungsprozesses von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Startup zu holen.

Diese Trainingsprogramme finden u.a. in der Region Zürich – Ostschweiz statt und haben in den letzten 3 Jahren mit zwei Trainings-Modulen vor der Firmengründung und in einem weiteren Modul für die Wachstumsphase über1 000 Gründerinnen und Gründer erfolgreich begleitet.