Herr Wüthrich-Hasenböhler, wie engagiert sich Swisscom für Schweizer Jungunternehmer?

Herr Wüthrich-Hasenböhler: Wir unterstützen Start-ups seit Jahren sehr umfassend. Einerseits mit Produkten und Dienstleistungen, zum Beispiel mit dem Starterpaket, das wir im April lanciert haben. Andererseits sind wir seit Jahren Partner von regionalen und nationalen Förderorganisationen. Wir möchten mit diesem Engagement den Wirtschafts- und Innovationsstandort Schweiz fördern und dazu beitragen, dass Schweizer Jungunternehmer jene Rahmenbedingungen vorfinden, die sie für den Erfolg brauchen.


Im Juni hat die Swisscom ihre Start-up Challenge lanciert. Worum geht es da?

Wir suchen mit der Challenge innovative Schweizer Start-ups aus den Bereichen ICT, Media und Cleantech. Wir möchten die vielversprechendsten Jungunternehmer in der Schweiz finden und ihnen die Chance geben, mit Experten an ihrem Geschäftsmodell zu arbeiten. Auf die Gewinner der Challenge wartet eine einmalige Geschäftsreise ins Silicon Valley.


Was ist die Idee dieser Geschäftsreise?

Wir bieten den fünf Gewinnern der Challenge die Chance auf einen Business Trip. Während einer Woche haben die Jungunternehmen Gelegenheit, amerikanische Start-ups und Kapital-Anleger zu treffen und sich mit Start-up-Experten auszutauschen. Das Programm wird von unserer Aussenstelle organisiert und begleitet, die seit über 15 Jahren im Silicon Valley ansässig ist. Unser Ziel ist, die Start-ups während der Reise besser kennenzulernen – denn die Gewinner haben zusätzlich die Option, auch die Swisscom als Business Partner oder Investor zu gewinnen.


Sie sagen, die Start-ups können Swisscom als Investor gewinnen. Was heisst das genau?

Die Swisscom StartUp Challenge ist für die Jungunternehmer eine erste Möglichkeit, sich für den «Early Stage Fund» zu empfehlen, den wir Ende Mai lanciert haben. Mit diesem Fund unterstützen wir Schweizer Start-ups aus dem ICT-, Cleantech- und Media-Umfeld bei der Finanzierung, bauen Partnerschaften mit ihnen auf und geben unser Wissen weiter. Gleichzeitig sind wir natürlich auch an den Innovationen der Start-ups sehr interessiert – denn diese werden unsere Branche in den nächsten Jahren entscheidend mitprägen.


Schreibt Swisscom nachher den Jungunternehmen vor, wie sie ihr Geschäft zu entwickeln haben?

Auf keinen Fall. Bei einer Beteiligung unsererseits übernehmen wir ja nicht die Mehrheit der Start-ups, sondern halten lediglich Minderheitsbeteiligung. Wir greifen weder in die Geschäftsidee ein, noch schreiben wir ihnen ihre Strategie vor. Unser Ziel ist, einen für beide Seiten interessanten Wissensaustausch zu initiieren und dadurch das Geschäftsmodell des Unternehmens weiterzubringen. Die Start-ups haben selber sehr viele gute Ideen – wir versuchen deshalb, punktuell und individuell dort zu unterstützen, wo wir einen Mehrwert einbringen können, damit diese Ideen möglichst erfolgreich umgesetzt werden können.

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