Bei der Gründung eines Start-ups sei die Finanzierung essenziell, betont Jean-Pierre Vuilleumier, Managing Director von Swiss Startup Invest. Dabei gelte es nach Phasen der Firmenentwicklung zu unterscheiden.

In der ersten Phase, Seed genannt, bei Beträgen zwischen 0,1 bis 0,5 Millionen Franken geht es vor allem um das eigene Geld, Preisgelder und Businessangels. «Wer in der Schweiz diese Finanzierung nicht schafft, sollte die Projektidee aufgeben», so Vuilleumier. In der nächsten Phase, Early Stage, handelt es sich typischerweise um Beträge von 1 bis 5 Millionen Franken.

«Da wird es bereits schwieriger und auch zeitintensiver.» Die Wachstumsphase, auch Later Stage genannt, mit Beträgen von 5 bis 20 Millionen Franken sei in der Schweiz nur selten realisierbar, sagt Vuilleumier. «Hier geht es um die weltweite Expansion.»

Leider müssten in der Schweiz Finanzierungslücken für Start-ups in der Early- und Later-Stage-Phase beklagt werden. «Die dafür notwendige Zeit kann auch den Markteintritt stark verzögern, was zu einem Wettbewerbsnachteil führt.»
 

Technisches Know-how

Was gilt es bei der Investorensuche zu beachten? Je nach Phase seien dies unterschiedliche Aspekte, erläutert Vuilleumier. «Im Zentrum steht grundsätzlich die Frage, was der oder die Investoren neben dem Geld sonst noch mitbringen sollten.

Dies können fundierte Marktkenntnisse sein, direkte Beziehungen in den Markt, Erfahrung mit der Führung von schnell wachsenden Unternehmen, Finanzkenntnisse und technisches Know-how.» Und wonach suchen Investoren bei Start-ups? Hier seien die Kriterien klar, auch wenn die Rangfolge variieren könne, so Vuilleumier.

«Potenzielle Investoren bewerten das Marktpotenzial, das «Business Model», das Team und das Innovationspotenzial. In einer sorgfältigen Prüfung werden diese Aspekte gründlich untersucht.» Dafür werden auch Experten des jeweiligen Marktes beigezogen. Eine solche Prüfung kann durchaus drei bis sechs Monate dauern.
 

Alles muss bereit sein

Wie schliesslich kommen Start-up-Gründer zum erwünschten Ziel? Eine gute Vorbereitung sei des A und O einer Finanzierungsrunde, antwortet Vuilleumier. «Zuerst sollte das Start-up einen Projektplan für die Finanzierung erstellen, wo die Fragen beantwortet werden, welche Events und Auftritte geplant sind und welches Profil der Wunschinvestor hat.

Dazu müssen alle nötigen Dokumente in Ordnung und bereit sein.» Zum Schluss müsse auch die Präsentation, der sogenannte Pitch, funktionieren. «Die Story wie auch der Vortrag selber müssen geübt werden. Im Weiteren ist es die alleinige Aufgabe des Geschäftsführers des Start-ups aufzutreten.»

Jean-Pierre Vuilleumier ist seit 2003 Managing Director von Swiss Startup Invest, der führenden Finanzierungsplattform für Start-ups und Investoren in der Schweiz.

www.ssu-invest.ch