Gratulation zum Swiss Startups Award. Wie kamen Sie auf die Idee, milKit zu gründen?

Angefangen hat alles mit einem platten Tubeless-Fahrradreifen wegen ausgetrockneter Dichtmilch mitten im Nirgendwo in den USA. Bei Tubeless-Reifen verwendet man keinen Gummischlauch, Dichtmilch im Inneren des Reifens füllt mögliche Löcher sofort aus. Als Produktentwicklungsingenieur und Bike-Tüftler wollte ich das Tubeless-System unbedingt in den Griff bekommen. Und so erfand ich milKit, die einfache und saubere Lösung für die Installation und Wartung von Tubeless-Reifen.

Was ist Ihre Unternehmensphilosophie?

Als Schweizer Jungunternehmen sind Innovation und Wertigkeit der Produkte von zentraler Bedeutung. Wir wollen milKit als international bekannte Marke aufbauen, die für Kompetenz und smarte Lösungen im Bereich der Tubeless-Reifen gilt. Hierfür suchen wir den Dialog mit Tubeless-Fahrern über Online-Medien. Unsere Vision ist es aber, auch über die Tubeless-Welt hinaus innovative Komponenten für Fahrräder zu entwickeln.

Wie war der Weg von der Idee zur Praxis?

Zunächst hatte ich vor, milKit nebenberuflich über einen Online-Shop zu vertreiben. Ich musste jedoch bald einsehen, dass „nebenbei selbstständig“ nicht funktioniert, und gab meine Festanstellung für milKit auf. In Sven Rizzotti fand ich den idealen Partner für die Firmengründung. Er ist ein erfahrener Unternehmer und teilt meine Leidenschaft fürs Biken, er kennt also die Branche ausgezeichnet.

Wo stehen Sie mit Ihrem Unternehmen heute?

Anfang 2015 haben wir unsere Firma, die Sport Components AG, gegründet. Seit wenigen Wochen sind die ersten Serienprodukte auf dem Markt und wir verkaufen diese weltweit. Zusätzlich führen wir Gespräche mit möglichen Vertriebspartnern, die unsere Produkte unter ihrem Namen auf den Markt bringen wollen. Für nächste Produkte konnten wir schon Patente anmelden – es läuft alles nach Plan.

Wie haben Sie die Gründung finanziert?

Für die Firmengründung und die erste Entwicklungsphase haben wir private Mittel eingesetzt. Durch den Sieg des Swiss Startups Award sowie Venture Kick erhielten wir beachtliche Finanzspritzen. Aktuell sind wir in Verhandlungen mit Investoren für die finanzielle Sicherung der nächsten Schritte.

In welcher Hinsicht hat der Award Ihnen den Einstieg erleichtert?

Der Award ist mit 50000 Franken dotiert, was natürlich eine sehr gute Starthilfe war. Zudem konnten wir während der Firmengründung stets auf kompetente Beratung zählen. Ein wichtiger Faktor war auch der Input der Experten-Jury sowie die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Welches war bisher Ihre grösste Herausforderung?

Persönlich war der Schritt in die Selbstständigkeit die grösste Herausforderung. Eine sichere Anstellung aufzugeben und sich in ein ungewisses Abenteuer zu stürzen, erfordert Mut und die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld.

Zum Glück waren meine Partner bereit, trotz ihrer guten Qualifikationen einen Job anzunehmen, der nicht viel Sicherheit bietet und Flexibilität erfordert.

Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein Start-up?

Nebst einer guten Idee braucht ein Start-up viel Engagement – selbstständig sein bedeutet harte Arbeit. Man muss von seiner eigenen Idee überzeugt sein, dann kann man auch andere dafür begeistern. Wichtig ist sicher auch, dass man das Team so zusammenstellt, dass sich die einzelnen Teammitglieder in ihren Kompetenzen ergänzen. Bis jetzt ist unsere Unternehmung sehr erfolgreich verlaufen. Die wichtigste Bewährungsprobe steht uns aber noch bevor: die Vermarktung von milKit.