Obwohl längst bekannt ist...

...wie gesundheitsschädlich Sitzen ist, sitzen wir bei der Arbeit immer noch hauptsächlich vor dem Bildschirm, und es wird sicher in Zukunft angesichts der Möglichkeiten, die die Informationstechnologie bietet, nicht weniger werden.

Und wir verrichten nicht nur im Büro, sondern auch zuhause oder an jedem anderen Ort unsere Arbeit meist sitzend vor dem Bildschirm. Hinzukommt das Sitzen im Auto, auf dem Sofa, im Restaurant, im Kino; Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sassen bereits die Befragten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2012 etwas mehr als fünf Stunden an einem normalen Wochentag.

Manche verbrächten jedoch bis zu 15 Stunden pro Tag sitzend oder ruhend. Während man früher vor allem Rückenprobleme als Folge übermässigen Sitzens im Fokus hatte, schlagen Wissenschaftler inzwischen Alarm: Die zunehmende Inaktivität kann zu Fettleibigkeit, Depressionen, Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen und sogar zu Krebs führen, mit den entsprechenden Folgen nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für den Arbeitsmarkt und die Volkswirtschaft.

Das Seco berichtet über indirekte Kosten durch Produktionsverluste alleine durch Rückenleiden von 2,5 bis 5 Milliarden Franken. James Levine, ein amerikanischer Arzt, der zu dem Thema forscht, prägte den Begriff «Sitting Disease» und vergleicht die Auswirkungen des ständigen Sitzens mit denen des Rauchens.

Eine Bürogestaltung, die Sitzen und Stehen ermöglicht, und eine flexible Arbeitszeitgestaltung, die einen Spaziergang oder einen Besuch im Fitnessstudio zwischendurch ermöglicht, können Erkrankungen entgegenwirken.
 

Viele Unternehmen bieten inzwischen selbst Sportmöglichkeiten für ihre Mitarbeitenden an, und in modernen Start-ups wird zwischendurch Kicker oder Tischtennis gespielt, und nicht selten entstehen dabei die besten Ideen.
 

Laut dem Bundesamt für Gesundheit zeigten neueste Studien, dass regelmässiges Unterbrechen von langem Sitzen nicht nur Muskeln, Knochen, Gelenke und Organe stärken, sondern auch Gedächtnis und Lernvermögen fördern. Öfters mal aufstehen hebt die Laune, kurbelt den Stoffwechsel an und wirkt sich zudem positiv auf das Immunsystem aus.

In Bewegung bleiben

So haben in vielen Büros mittlerweile höhenverstellbare Tische Einzug gehalten, die auf Wunsch zu einem Stehpult werden und zum regelmässigen Aufstehen zwischendurch ermuntern. Nun soll man aber nicht gleich ins andere Extrem verfallen. Dauerhaftes Stehen ist nicht die Lösung. Denn dadurch werden Belastungen für den Körper womöglich lediglich verlagert.

Wichtig ist vielmehr, so oft wie möglich die Position zu wechseln sowie während und rund um die Arbeit in Bewegung zu bleiben. Hierfür sollten Arbeitgeber die nötigen Freiheiten und Voraussetzungen schaffen.

Denn mehr Bewegung am Arbeitsplatz schont nicht nur die Gesundheit der Mitarbeitenden, sondern vermindert Absenzen und erhöht die Produktivität.

Mit einer modernen Bürogestaltung weg vom starren Arbeitsplatz hin zu offenen Raumkonzepten und mehr Bewegungsfreiraum können das Wohlbefinden der Mitarbeitenden erheblich steigern und zudem noch die Kommunikation und den Wissenstransfer beflügeln.

Trotz allem:

Sitzen lässt sich nicht ganz vermeiden. Und wer sitzt, braucht einen guten Stuhl. Dieser  sollte einige Qualitätsmerkmale aufweisen, damit Sitzen nicht noch ungesünder wird.

Ausschlaggebend sind hier eine ausreichende Sitzbreite und Sitztiefe. Eine neigungsverstellbare Rückenlehne mit Wippmechanik unterstützt die natürlichen Bewegungen.

Im besten Fall verfügt der Stuhl über eine spezielle Lordosestütze und der Gegendruck der Lehne passt sich automatisch dem Körpergewicht an.

Die Sitzhöhe sollte so eingestellt sein, dass Oberschenkel und Unterschenkel sowie Oberarm und Unterarm beim Sitzen etwa einen rechten Winkel bilden und die Fusssohlen entspannt auf dem Fussboden aufliegen. Zu einem ergonomisch eingerichteten Büro gehören auch angemessene Lichtverhältnisse.

Eine blendfreie Beleuchtung ist eine wichtige Voraussetzung für ermüdungsfreies Sehen. Darüber hinaus haben der Geräuschpegel und das Raumklima einen Einfluss auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz.