Die «Insel» steht für ein medizinisches Kompetenz-, Hochtechnologie- und Wissenszentrum mit internationaler Ausstrahlung. Gleichzeitig ist es ein Ort der Begegnung für Wissenschaft und Forschung.

Kein anderes Spital in der Schweiz...

...ist so bekannt wie die «Insel». Es wurde 1354 gebaut und ist damit das älteste Schweizer Unternehmen, das seit seiner Gründung noch aktiv ist. Rund 8300 Mitarbeitende sind heute am Inselspital angestellt und versorgen jährlich etwa 44000 stationäre Patienten.

Damit ist das Inselspital einer der wichtigsten Motoren für den Wirtschafts- und Bildungsstandort Bern.

Zurück geht das Inselspital auf die Stiftung der Berner Ratsherrentochter Anna Seiler. Während in Bern um 1350 die Pest wütete, betreute Anna Seiler Kranke im «Spital vor den Predigern» in Bern. Als sie 1360 stirbt, stiftet sie jenes Spital mit 13 Betten, das «stets und ewig» Bestand haben soll.

Das «Spital vor den Predigern», an der heutigen Zeughausgasse in Bern gelegen, wird unter dem Namen Seilerin-Spital weitergeführt. Später zieht das  Spital mit mittlerweile 34 Krankenbetten in das leer stehende Kloster St. Michaels Insel. Es ist die Geburtsstunde des «Inselspitals».

1713 brennt das «Insel»-Spitalgebäude vollständig nieder, fünf Jahre später wird an gleicher Stelle mit dem Wiederaufbau begonnen. Im Jahr 1724 wird das neue Spital eröffnet. Es bietet Platz für die Behandlung von 70 Erwachsenen und 12 Kindern.

 

 

Die «Insel» bekommt ein neues Gesicht

Zwischen 1958 und 1978 wird das Inselspital umfangreich umgebaut und bekommt ein neues Gesicht: Es entstehen das Bettenhochhaus, der Operationstrakt, Personalhäuser, das Wirtschaftsgebäude, das Labor- und Werkstattgebäude, der Polikliniktrakt 1 und die neue Kinderklinik.

1990 gibt sich das Inselspital auch wirtschaftlich eine neue Struktur und wird ab sofort nach unternehmerischen Grundsätzen geführt. Es betritt damit europaweit Neuland.

Zehn Jahre später folgt eine weitere Strukturanpassung: Fast 40 Universitätskliniken und -institute des Inselspitals werden in neun teilautonomen Departementen zusammengefasst.

2012 wird nach zwölfjähriger Bauzeit das neue Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum (INO) eröffnet. Es ersetzt Operationstrakte aus den 1960er- und 1970er-Jahren und bildet das eigentliche «Herz» der Gesamtanlage. 

Masterplan bis 2025

Um auch in Zukunft mit der rasanten medizinischen Entwicklung Schritt halten zu können, wurde 2015 ein einheitlicher Plan, der sogenannte «Masterplan Inselspital», in einer Volksabstimmung gutgeheissen.

Mit den darin enthaltenen Massnahmen sollen hochwertige Aussenräume erhalten und neue gebaut sowie wichtige historische Gebäude geschützt werden. Das Ziel: möglichst kurze Wege für Patienten und Mitarbeitende sowie effiziente Patientenprozesse und Abläufe.

Im vergangenen Jahr fertiggestellt wurden die beiden Neubauprojekte des Schweizerischen Herz- und Gefässzentrums und die Zentren der Fachkliniken sowie das Organ- und Tumorzentrum.

Diese sind nun über das Intensiv-, Notfall- und Operationszentrum (INO) miteinander verbunden. Die sanierte Frauenklinik und die renovierte Kinderklinik bilden ein weiteres interdisziplinäres Zentrum Frau, Mutter, Kind. Gleichzeitig wird das Inselspital auch zum Naherholungsgebiet.

Anfang Juni wurde der Inselpark eröffnet. Er soll nicht nur Patienten und Angestellten des Spitals zur Verfügung stehen, sondern ist öffentlich zugänglich. Die dritte und wohl spektakulärste Etappe wird 2025 der Abbruch des Bettenhochhauses sein. In Zukunft soll es dort eine grosse Grünfläche geben.

Grösstes medizinisches Vollversorgungssystem der Schweiz

Würde Anna Seiler heute sehen, was aus ihrem damaligen Spital geworden ist, wäre sie mehr als stolz. Aus einem Haus mit 13 Betten wurde das grösste medizinische Versorgungssystem der Schweiz.
 

Ende 2009 beschloss die Kantonsregierung den Zusammenschluss des «Inselspitals» mit den Spitälern der «Spital Netz Bern AG».
 

Mit dem Projekt «Stärkung des Medizinalstandorts Bern (SMSB)» sollen einerseits die steigenden Kosten im Gesundheitswesen optimiert, andererseits ein Bestehen im interkantonalen Spitalwettbewerb garantiert werden.

Am 1. Januar 2016 fusionierte das Inselspital mit den Spitälern der «Spital Netz Bern AG» (Spitäler Aarberg, Münsingen, Riggisberg, Tiefenau und Ziegler sowie Spital und Altersheim Belp) zur «Insel Gruppe AG».

Durch diese Vernetzung ist das erste und grösste medizinische Vollversorgungssystem der Schweiz entstanden. Anna Seilers Wunsch nach einem Spital, das stets und ewig Bestand haben soll, wird mehr als erfüllt.

(Quelle: Inselgruppe)