Wie, Herr Trochsler, erklären Sie einem Laien das Grundprinzip von Factoring?
Beim Factoring tritt ein Unternehmen Forderungen gegenüber seinen Kunden an ein Drittunternehmen, den Factor, ab. Dieser bezahlt die ausstehenden Summen sofort bei Übernahme der Forderungen, übernimmt das Ausfallrisiko und erledigt das Debitorenmanagement. Dafür verrechnet er eine Factoring-Gebühr und einen Zins.

Für welche Unternehmen ist Factoring eine Erfolg versprechende Option?
Factoring ist für Hersteller, Handel und Dienstleister zahlreicher Branchen geeignet, sowohl für den inländischen als auch für den grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr. Voraussetzung ist, dass den Forderungen voll erbrachte Leistungen zugrunde liegen.

Welche Vorteile kann ich mir vom Factoring versprechen?
Mit der Vorfinanzierung durch den Factor ist jede Rechnung sofort bezahlt. Gerade kleinere Unternehmen profitieren so von einer deutlich verbesserten Liquidität. Für Firmen, die wachsen wollen, resultieren mehr Planungssicherheit und weniger Risiken. Die verbesserte Liquidität führt zudem zu Kosteneinsparungen im Einkauf. Da immer genügend flüssige Mittel vorhanden sind, kann das Unternehmen von besseren Einkaufskonditionen durch Skonti und Rabatte profitieren. Die Möglichkeit, Lieferantenverbindlichkeiten unter Ausnutzung von Skonti rasch zu begleichen, ist eines der wichtigsten Argumente für Factoring. Die erzielten Skontoerträge übersteigen in der Regel die Factoring-Kosten.

Übernimmt der Factor auch das Ausfallrisiko für den Factoring-Kunden?
Ja. Um das Risiko zu minimieren, wird die Bonität von Endabnehmern umfassend, aber auch diskret abgeklärt.
Profitiere ich auch von

Vorteilen im Debitorenmanagement?
Auf jeden Fall. In vielen KMU liegt das Debitorenmanagement im Argen. Es fehlt an Zeit und personellen Ressourcen, um die Zahlungseingänge zu überwachen, zu mahnen oder sogar den Betreibungsweg zu beschreiten. Beim Factoring beschränkt sich das Debitorenmanagement auf die Erstellung und Weiterleitung der Rechnungen an den Factor.