Crowdsourcing ist zwar ein moderner Begriff, doch existiert die Idee dahinter schon mindestens seit 1885. Damals stand New York vor einem Problem: Sie hatten zwar die Freiheitsstatue als Geschenk von Frankreich erhalten, doch fehlte ihnen das Geld für den Sockel, auf dem die Statue stehen sollte.

Ein New Yorker Verleger, Joseph Pulitzer, sammelte bei seinen Lesern über 100'000 US-Dollar, indem er ihnen versprach, ihren Namen als Gegenleistung für ihre Spende in der Zeitung abzudrucken.

Auch heute meint Crowdsourcing nichts anderes als die Auslagerung von Aufgaben an eine Crowd, die aus einem Kollektiv von Menschen besteht. Die Idee dahinter: Die Masse  (= die Crowd) ist intelligenter und schafft mit weniger Einsatz viel mehr, als eine einzelne Person erreichen würde.

Als Gegenleistung muss man der Crowd einen Anreiz bieten, denn warum sollte sich eine grosse Masse sonst mit fremden Problemen befassen?

Dabei wird auf die verschiedenen Kompetenzen und Ideen der Mitglieder der Crowd zurückgegriffen. Das Wissen der vielen wird auch Schwarmintelligenz oder kollektive Intelligenz genannt.

Als Gegenleistung muss man der Crowd einen Anreiz bieten, denn warum sollte sich eine grosse Masse sonst mit fremden Problemen befassen? In den wenigsten Fällen spielt hier jedoch Geld eine Rolle.

Dies zeigt sich an einem der bekanntesten Beispiele, jenem von Wikipedia. Hier können Internetnutzer das Online-Lexikon bearbeiten, erweitern und verbessern. Vergütet werden sie dafür zwar nicht, dafür ist Wikipedia kostenlos für jeden anderen Internetnutzer zugänglich.

Immer mehr Unternehmen entdecken Crowdsourcing

Gleichzeitig wird Crowdsourcing auch für grosse Unternehmen immer interessanter. Sie lassen Kunden, Kreative oder schlicht jedermann bei der Produktentwicklung mitarbeiten.

So hat etwa der Getränkehersteller Rivella zusammen mit seinen Konsumenten die beiden Rivella «Pfirsich» und «Rhabarber» entwickelt.  Über 800 Ideen wurden in einem Kunden-Workshop gemeinsam mit Rivella zu über 30 Konzeptideen ausgearbeitet.

Das Konsumgüterunternehmen Tchibo geht noch einen  Schritt weiter: Hier wurde eine Internetplattform eingerichtet, auf der Interessierte Ideen für Alltagsprodukte vorschlagen können; die ersten sind bereits im Handel. Erfolgreiche Erfinder erhalten ein Preisgeld und werden auf dem Produkt genannt.