Ist das Inkassoverfahren eingeleitet, wird mit vorrechtlichen Massnahmen versucht, das Betreibungsamt zu vermeiden. Gelingt dies nicht, werden die Rechtsmittel des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) zur Zwangsvollstreckung eingesetzt. Dazu wird ein Betreibungsbegehren beim Betreibungsamt eingereicht. Daraufhin erhält der Schuldner einen Zahlungsbefehl. Bleibt dieser unbeachtet und erhebt der Schuldner keinen Rechtsvorschlag, wird die Zahlung mittels Pfändung vollstreckt. Ist dies nicht möglich, wird bei juristischen Personen der Konkurs eröffnet. Ergibt sich eine Restschuld, wird ein Verlustschein ausgestellt. Stoppt der Schuldner die Betreibung mittels Rechtsvorschlag, muss dieser vom Gläubiger via Gericht beseitigt werden.

Ausländisches Inkasso
Befindet sich der Schuldner im Ausland, wird der Gläubiger mit Fragen rund um Gesetze und Mentalität konfrontiert. Überdies ist mit Mehrkosten zu rechnen. Diese entstehen durch die zusätzlich Beteiligten und die höheren Gebühren der Ämter. Ausserdem ist die Kommunikation aufwändiger. Marc Christoffel erklärt: «Ohne einen international vernetzten Inkassopartner wird es schwierig, die Ausstände einzufordern.»

Vorteile des Outsourcings
Das ausgelagerte Inkasso reduziert in der Organisation die Kosten und den administrativen Aufwand. Mahnverfahren, Betreibungen und Verlustscheinbewirtschaftung erfordern entsprechendes Knowhow. Alle Vorgänge müssen termingerecht erledigt werden und bedingen regelmässige Kontrolle. Darüber hinaus belasten offene Forderungen die Beziehung zum Kunden. Fachgerechtes Inkasso oder Forderungsmanagement k ann die Liquidität eines Unternehmens positiv beeinflussen. Zudem wird dem Schuldner signalisiert, dass das Nichtbegleichen eines finanziellen Anspruchs mit Konsequenzen verbunden ist.

Wichtige Punkte
Übernimmt das Inkasso ein externer Spezialist, ist es sinnvoll, gleichzeitig das eigene Mahnverfahren straff und wirtschaftlich zu gestalten. Dies beinhaltet zeitgemässe Zahlungsfristen, Mahngebühren und Texte, Allgemeine Geschäftsbedingungen etc. Standardisiert werden sollen die Abgabe der Forderungen und das Reporting. «Der Inkassopartner sollte Branchenkenntnisse mitbringen, transparent abrechnen und dem Verband Schweizerischer Inkassotreuhandinstitute (VSI) angehören», rät Marc Christoffel.