Frau Bonny, wie wichtig sind herstellerunabhängige Full-Service-Flottenmanagement-Lösungen?
Firmen haben selten eine Ein-Marken-Strategie, sondern unterhalten einen Fuhrpark mit mehreren Marken. Markenunabhängiges Flottenmanagement, wie wir es betreiben, garantiert dem Kunden also eine neutrale Beratung und Analyse seines Fuhrparks, unabhängig von kommerziellen Verpflichtungen. Wichtig ist, dass die ganzheitliche Betrachtung der Flotte im Fokus steht und der Fuhrpark nach der Total-Cost-of-Ownership-Methode analysiert wird. Dem Kunden wird dann das für ihn und seine Anforderungen wirtschaftlichste Fahrzeug empfohlen.

Wie kann anhand von indivi­duellen und flexiblen Flotten­lösungen die Mobilität verbessert werden?
Als Mobilitätsdienstleister bieten wir unseren Kunden mehr als ein klassisches Flottenmanagement. Es geht uns darum, die für den Kunden beste Lösung zu finden. Dies können auch alternative Antriebe, andere Fahrzeugtypen oder ein Pooling-Konzept sein. Benötigt der Kunde zum Beispiel eine Lösung für den rein innerstädtischen Raum, kann die beste Wahl ein Velo sein, da dies bei Strecken bis zu fünf Kilometer im Stadtverkehr das schnellste Verkehrsmittel ist und die Parkplatzsuche entfällt.

Wo liegt der Unterschied zwischen reinen Flottenmanagement-Anbietern und den Anbietern von zusätzlichen Mobilitätslösungen?
Im klassischen Flottenmanagement zählen die Kundenwünsche. Ab und zu ist es aber notwendig, diese zu hinterfragen. Wir beraten den Kunden nicht nur hinsichtlich seiner Anforderungen, sondern unterbreiten auch passende Alternativen. Der Fokus liegt dabei immer auf nachhaltigen, also wirtschaftlichen, ökologischen und sozial verträglichen Lösungen. Nur ein Mobilitätsdienstleister, der über das entsprechende Know-how verfügt, kann bei alternativen Antrieben einen echten Full-Service bieten.

Wie kann durch innovative Flottenlösungen die Mobilität zusätzlich optimiert werden?
Als Mobilitätsanbieter antizipieren wir für unsere Kunden schon heute Lösungen von morgen. Wir nutzen Online-Lösungen, um die Mobilität unserer Kunden zu optimieren. Ganz neu bieten wir zum Beispiel das MoS Move Center an, das ein Car-Pooling und eine Echtzeit-Mitfahrzentrale verbindet. Über eine Online-Plattform können Fahrzeuge und Mitfahrten gebucht werden. Dies steigert die Auslastung der Firmen-Fahrzeuge, vermeidet mehrfache Fahrten zu fast gleichen Zielen und spart damit Kosten und Parkraum.

Welche Vorteile ergeben sich bei einer Auslagerung des Flottenmanagements?
Outsourcing sorgt für einen geringeren administrativen Aufwand und effiziente Prozesse sowie für eine klare Umsetzung der Fahrzeugpolitik. Die Firmen können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und von einer Kostenersparnis bis zu 20 Prozent gegenüber einer internen Lösung profitieren. Skaleneffekte in der Beschaffung und Wartung sowie fachmännisches Rechnungs-, Schaden- und Datenmanagement führen unter anderem zu direkten Einsparungen. Ist ausserdem noch die Finanzierung der Fahrzeuge eingeschlossen, kann die Firma das frei gewordene Kapital in andere Projekte investieren.

Wie kann eine Flotte ökonomisch und ökologisch optimiert werden?
Für viele steht eine wirtschaftliche und ökologische Optimierung noch immer im Widerspruch. Das Gegenteil ist der Fall. Jede Massnahme, die zum Beispiel den Treibstoffverbrauch senkt, wirkt sich direkt finanziell und auf die Umwelt aus. Wichtig ist ein nachhaltiges Flottenkonzept, das alle drei Aspekte der Nachhaltigkeit integriert. Neben ökonomischen und ökologischen Faktoren stehen also auch soziale Aspekte im Fokus. Nicht zuletzt generiert die Flottenpolitik eines Unternehmens zudem einen eindeutigen Imagegewinn bei Kunden und Mitarbeitenden.

Wie, denken Sie, werden sich nachhaltige Mobilitätslösungen auf Unternehmen und Organi­sationen langfristig betrachtet auswirken?
Die künftige Mobilität beinhaltet eine stärkere Vorausplanung der Fahrten. Welches ist das nachhaltigste Transportmittel für meinen Einsatz, lautet dabei die entscheidende Frage. Zudem zeigen aktuelle Studien, dass sich der Mensch immer mehr vom Autobesitzer zum Mobilitätskonsumenten wandelt. Dieser Trend wird über kurz oder lang auch vermehrt bei Unternehmen feststellbar sein. Spätestens dann, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass mit neuen Ansätzen Kosten eingespart werden können.