• Stefan Holenstein
  • Reiner Langendorf
Stefan Holenstein
Generaldirektor des Automobil Club der Schweiz

Wie sieht's auf den Schweizer Strassen aus, Herr Holenstein?

Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es auf den Schweizer Strassen weniger Tote. Worauf führen Sie dieses Ergebnis zurück?
In den letzten Jahren kam es zu grossen Sprüngen in der technologischen Entwicklung bezüglich der Fahrsicherheit. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Andererseits stieg die Zahl der Schwerverletzten.
Ja, leider. Das hängt unter anderem auch mit den weitverbreiteten schnellen E-Bikes zusammen, die ein Sicherheitsrisiko sind.

Wie kann man sich gegen Unfälle schützen?
Wichtig sind sicher die Weiterbildungen für Lenker. Im Herbst lohnt es sich auch einmal einen Antischleuderkurs zu absolvieren. Ebenfalls zur Verkehrssicherheit trägt das obligatorische Fahren mit Licht am Tag bei.

Welche Pläne verfolgen Sie in Hinblick auf die Strassensituation?
In der kleinen Schweiz fahren zurzeit 5,7 Millionen registrierte Fahrzeuge auf unseren Strassen. Die Verkehrsinfrastruktur hält mit diesem Zuwachs nicht mehr mit. Wir fordern eine Engpassbeseitigung bei den neuralgischen Punkten, zum Beispiel beim Gubrist. Auf lange Frist muss unsere wichtigste Verkehrsader, die A1, eine lückenlose dreispurige Autobahn werden.

In Deutschland sind die maroden Strassen ein Thema. Wie sieht es bei uns aus?
Wir haben gottlob keine deutschen Verhältnisse! Unsere Strassen sind insgesamt in einem guten Zustand. Trotzdem müssen sie stets saniert werden.
Reiner Langendorf
Geschäftsführender Quality Allance Eco-Drive

Wie fahre ich umweltfreundlich, Herr Langendorf?

Welche Tipps geben Sie zum ökologischen Autofahren?
Wir raten immer wieder, die hohen Gänge einzuschalten – nicht nur auf der Autobahn, sondern auch in der Stadt und sogar beim Berganfahren. Durch diese niedertourige Fahrweise spart man 15% Treibstoff. Ausserdem empfehlen wir, jeden Monat den Reifendruck zu kontrollieren und übernötigen Ballast, zum Beispiel die leere Dachbox, zu entfernen. Treibstoff spart man auch beim Motorausschalten vor dem Rotlicht.

Raten Sie das nur des Geldes wegen?
Nein, nicht nur. 15% weniger Treibstoff ist auch ein Argument für den Umweltschutz. Und was viele nicht wissen: Im hohen Gang ist die Bremswirkung grösser und die Schleudergefahr kleiner. Die technischen Systeme, zum Beispiel das ABS, greifen besser. Es handelt sich also auch um Sicherheitsgründe.

Werden diese Ratschläge heutzutage auch in den Fahrschulen gelehrt?
Wir sind im engen Kontakt mit den Fahrlehrern. Aber nicht nur in den Fahrschulen versuchen wir unsere Empfehlungen einzubringen. In Einzel- und Gruppenkursen zeigen wir das clevere Autofahren. Denn etwas ist auch sehr wichtig: Durch diese Fahrweise kommt man viel entspannter ans Ziel.

Was fahren Sie eigentlich für ein Auto?
Einen Volvo V50.

Wie viel verbrauchen Sie für 100 Kilometer? Dank den obengenannten Tipps knapp 4,5 Liter.