Die Mobilität befindet sich seit der Erfindung des Rades in einem permanenten Wandel. Die Elektrifizierung und die Motorisierung des Verkehrs Ende des 19. Jahrhunderts waren beachtliche Meilensteine. Damit wurde Mobilitätsgeschichte geschrieben. Heute befinden wir uns möglicherweise erneut vor einer derart epochalen Entwicklungsstufe.
 

Unterschiedliche Bedürfnisse von Stadt und Land

«Zweifellos wird sich die Art, wie wir uns künftig fortbewegen, in nächster Zeit massiv verändern», sagt Frank M. Rinderknecht, der Schweizer Autopionier und Visionär. Seit 40 Jahren präsentiert er mit der Firma Rinspeed immer wieder revolutionäre Trends, Entwicklungen und Prototypen im Bereich des mobilen Lebens.

Luftverschmutzung, Energie und Wohnungsdichte in den urbanen Regionen sind die Hauptgründe für die Veränderung unserer Mobilität. Zwar sind die Schweizer Städte noch nicht so von Smog geplagt wie Shanghai, Los Angeles oder Mumbai.

Die Schweiz ist aber keine Insel und wird sich dieser Entwicklung nicht verschliessen können. Rinderknecht sieht daher die Verbrennungsmotoren als Auslaufmodell. «Die fossilen Brennstoffe sind endlich, unvernünftig und ineffizient.

Die Zukunft gehört der Elektromobilität. Auf diesen Prozess müssen wir uns einlassen – freiwillig oder unfreiwillig.» Der Visionär erkennt durchaus Unterschiede zwischen den städtischen und den ländlichen Regionen in unserem Land. Die immer dynamischere Veränderung in der Mobilität lässt sich aber kaum mehr aufhalten.
 

Zauberwort «Automatisiertes Fahren»

E-Mobilität und automatisiertes Fahren soll uns künftig sicher von A nach B bringen. Ist diese Art der Fortbewegung schon genügend ausgereift für eine breite Nutzung im ganzen Land? «Ich fahre seit acht Jahren mit Elektro-Autos und bin noch nie wegen eines leeren Akkus liegengeblieben», sagt der Autopionier.

Die Leistung der verbauten Akkus sollte also nicht das Problem sein. Künftig werden wir vielmehr mit einem fahrenden Hochleistungs-Computer unterwegs sein, wenn uns denn die Autoindustrie die richtigen Angebote macht.

In der industrialisierten Welt wird die Mobilität schon in wenigen Jahren ganz anders aussehen. Die Breite des künftigen Mobilitätsangebotes – ÖV, Carsharing, Uber oder Fahrgemeinschaften – macht es nicht mehr nötig, ein eigenes Auto zu besitzen.

Die Visionen des Frank M. Rinderknecht sind da schon ziemlich konkret: «Unternehmen wie Amazon oder Alibaba haben diesen Trend rechtzeitig erkannt und werden die Entwicklung vorantreiben. Sie kennen die Kunden und ihre Bedürfnisse genau. Mobilität ist ein sehr emotionales Thema. Prestigedenken und Markenbewusstsein werden künftig in den Hintergrund treten. Gefragt ist schnelle, sichere, effiziente Mobilität und eine unkomplizierte Art der Abrechnung.»