Für Gütertransporte – innerhalb der Schweiz oder international – stehen grundsätzlich in Bezug auf die Transport-Sicherheit primär  die folgenden Parameter im Vordergrund:

 

Beanspruchungsgerechte Verpackung

 

Wahl der Partner innerhalb der Transportkette

 

Beförderungs- und verkehrssicherer Verlad

Bei Transporten innerhalb der Schweiz ist diesbezüglich die Welt noch weitgehend in Ordnung. Das Attribut «adäquate Verpackung» lässt zwar immer noch zu wünschen übrig und auch bei der Verladung gibt es dies und das zu bemängeln, im Grossen und Ganzen können wir uns indessen auf seriöse und verlässliche Partner innerhalb der Transportkette verlassen. Ganz anders im grenzüberschreitenden Bereich!

Sowohl die beanspruchungsgerechte Verpackung als auch die adäquate Beladung kann der Verlader zwar im Normalfall weitgehend beeinflussen. Beim dritten Element, «Wahl der Partner innerhalb der Transportkette», hingegen ist dies nur bedingt möglich. Gerade bei Übersee-Transporten geht die transportierte Ware durch verschiedene Hände, die seitens des Absenders nicht beeinflusst werden können. Handling Agents auf den Flughäfen, Umschlagsbetriebe in den Seehäfen, Strassenfrachtführer, welche den Anschlusstransport irgendwo auf der Welt realisieren, sind nur einige Stichworte dazu. Weit gefehlt, wer meint, der schweizerische Spediteur hafte seinem Kunden gegenüber für sämtliche Imponderabilien, denen seine Ware während des Transportes ausgesetzt ist! Die vertraglichen Grundlagen, denen der Speditionsvertrag unterliegt (in der Regel die Allgemeinen Bedingungen AB SPEDLOGSWISS), vor allem aber die im internationalen Bereich geltenden, von den meisten Staaten ratifizierten Regelwerke der verschiedenen Verkehrsträger definieren die – zumeist limitierte – Haftung der Transporteure.

Neben dem «normalen» Schaden-Risiko bei weltweiten Transporten, gilt es indessen auch, ein Augenmerk auf kriminelle Machenschaften in diesem Bereich zu richten. Einige Zahlen, hier am Beispiel der EU, die schockieren:

 

Jährlich rund 200 000 Diebstähle aus LKWs (!)

 

Direkte Schadensumme rund 10 000 000 000 bis 15 000 000 000 Euro.

 

Indirekte Schäden rund 4 x höher als die direkte Schadensumme.

 

27 % der Diebstähle ereignen sich auf ungesicherten Parkplätzen.

 

In 8 % der Fälle wurden Schusswaffen verwendet.

 

Bei 65 % wurden Insider-Informationen genutzt.

 

Nur 2 % der Täter konnten festgenommen werden.


«Diebstahl auf Bestellung» ist heute leider an der Tagesordnung. Neben den bekannten neuralgischen Risiko-Gebieten hat sich durch die Öffnung nach Osten ein regelrechter Diebstahl-Tourismus in Osteuropa entwickelt. Begünstigt durch die Internet-Frachten-Börsen, die von Kriminellen – ohne Zutun der Plattform-Betreiber – eiskalt für ihre Machenschaften genutzt werden, entstehen Jahr für Jahr Diebstahlschäden in Milliardenhöhe! Abhilfe ist schwierig! Die Kriminellen verfügen auch grenzüberschreitend über eine hervorragend funktionierende «Schatten-supply-chain», nutzen gezielt Schwachstellen aus und sind heute bereits in der Lage, in GPS-Systeme einzugreifen! Gut, wer über eine adäquate Transport-Versicherung verfügt, welche «wenigstens» den direkten Schaden abdeckt!