Firmenfahrzeuge sollen international genutzt werden können. Ist das auch bei Grenzgängern problemlos möglich?

In der Schweiz gibt es 20 000 Grenzgänger mit Firmenfahrzeugen. Seit 1. Mai 2015 besteht eine massive Einschränkung der Privatnutzung. Konkret dürfen Autofahrer ihr unverzolltes Firmenfahrzeug mit Schweizer Kennzeichen nur noch für den direkten Weg Wohnort–Arbeitsort nutzen.

Bei grenzüberschreitenden Fahrzeugflotten gibt es auch den finanziellen Aspekt. Wo gibt es Optimierungsmöglichkeiten?

Die neue Regelung verursacht Zusatzkosten. Entweder werden Fahrzeuge verzollt oder die Privatnutzung ist eingeschränkt. Teilweise nutzen Grenzgänger nun ihre ausländischen Privatfahrzeuge. Werden diese für geschäftliche Zwecke genutzt, hat das aber Zoll- und Steuerfolgen in der Schweiz. Eine interessante Optimierung bietet Full-Service-Leasing. Diese Dienstleister können bei der Verzollung in allen umliegenden Ländern die Einfuhrumsatzsteuer (EUST) zurückfordern. Das sind rund 20 Prozent. Eine interessante Optimierungsvariante.

Sie beraten Unternehmen und Leasing-Gesellschaften bei Zoll- und Grenzthemen. Was sind Ihre Erfahrungen?

In Deutschland und Österreich funktioniert es problemlos. In Frankreich scheint das Problem ebenfalls lösbar. Italien besteht darauf, dass nur in Italien verzollte und immatrikulierte Fahrzeuge die Grenze überqueren dürfen. Allerdings ist die Situation derzeit politisch noch unklar. Wir hoffen auf eine gute Lösung mit Italien.