Der Güterverkehr auf Schienen ist weit effizienter und umweltschonender als der Transport auf Strassen. Zusätzlich ist das Unfallrisiko kleiner, was sicherere Gefahrentransporte ermöglicht. Daher wird eine konsequente Verlagerung von der Strasse auf die Schiene weiter unterstützt. Doch noch immer sind die nötigen Rahmenbediungen unzureichend. Im alpenquerenden Güterverkehr lag der Anteil der Schiene 2011 bei 63,9 Prozent, das entspricht etwa 1 258 Fahrten.

Bis 2018 sollen nur noch 650 000 Lastwagen die Alpen überqueren
So jedenfalls sieht es das Güterverkehrsverlagerungsgesetz vor. Selbst der Bundesrat hält dieses Ziel aktuellfür unereichbar. Doch bei aller Skepsis gilt: Ohne die bisher getroffenen Verlagerungsmassnahmen (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA, 40-Tonnen-Limite, Förderung des kombinierten Verkehrs etc.) wären heute mehr als 1,8 Millionen Lastwagen im Alpentransitverkehr unterwegs. Somit wurde mit der Stabilisierung der Fahrtenzahl bereits sehr viel erreicht. Mit der Inbetriebnahme des NEAT-Tunnels und dem Ausbau der Gotthard-Schienenachse zum 4-Meter-Korridor sind die nötigen infrastrukturellen Massnahmen eingeleitet. Leider hat sich die übrige Netzentwicklung vorranging auf den Personenverkehr konzentriert. Der Güterverkehr, insbesondere der Binnenverkehr, wurde zunehmend vernachlässigt. Gütergleise in Regionalbahnhöfen wurden zurückgebaut und die Frequenz des Personenverkehrs zu Lasten des Güterverkehrs erhöht.

Das Vertrauen der Verlader in den Schienengüterverkehr muss gestärkt werden
Im Güterverkehr hingegen muss mehr Pünktlichkeit und damit mehr Qualität erreicht werden. Beides ist derzeit wegen der geltenden Prioritätsordnung verbesserungswürdig. Nur durch eine ausreichende Leistungsfähigkeit kann es gelingen, das Vertrauen der Verlader in den Schienengüterverkehr zu stärken. Dies fordert auch die VAP (Verlader, Anschlussgleise, Privatgüterwagen). Der Vertreter der Unternehmen der Verladenden Wirtschaft engagiert sich in der Schweizerischen und Europäischen Verkehrs-und Infrastruktur auch für die Belange des Güterbahnverkehrs. Ihr Generalsekretär Herr Dr. Furrer fordert: «Wir setzen auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Güterverkehr und stehen ein für Kostentransparenz und eine Förderpolitik, die Investitionen der Verlader unterstützt.» Unter diesen verbesserten Markt- und Infrastrukturbedingungen könnte der Bahngüterverkehr dann eventuell auch ohne Betriebssubventionen, wie diese heute noch üblich sind, auskommen.