Herr Bünzli, wie kann ein Flottenbetreiber zur Sicherheit im Strassen­verkehr beitragen?

Jeder Unternehmer, der seinen Mitarbeitenden ein Fahrzeug zur Verfügung stellt, trägt die Verantwortung in Form des Unternehmer-Risikos. Dies bedeutet, dass er alles unternehmen muss, um Unfälle zu vermeiden. Seinen Beitrag zur Sicherheit im Stras­senverkehr kann er durch gezielte Präventionsmassnahmen leisten.

Haben Sie Kenntnis von aktuellen Unfallzahlen bei Dienstleistungen durch Flotten?

Insgesamt herrscht auf dem Flottenmarkt leider keine Transparenz. Bei Unfällen, die sich im Zusammenhang mit der Arbeit ereignen können, muss man zudem unterscheiden, ob sie mit effektiven Dienstwagen, mit privaten Fahrzeugen, die zu Firmenzwecken genutzt werden, oder aber mit Mietwagen passieren. Dadurch wird ein Vergleich erschwert.

Was kann ein Flottenbetreiber denn unternehmen, um Risiken zu senken?

Die Risikoeinschätzung bei einer Flotte ist ein aktuelles und wichtiges Thema. Je offener und klarer diskutiert wird, umso eher ist es möglich, mit Präventionsmassnahmen Gegensteuer zu geben. Das Fahrzeug selber verursacht ja keinen Unfall, und aus diesem Grund steht der Fahrer im Zentrum. Wenn die richtigen Betriebsmittel eingesetzt werden, ist beim Fahrzeug das Möglichste getan. Beim Fahrer oder der Fahrerin beginnt die Präventionsarbeit mit der Anstellung respektive der Eignung zum Führen eines Dienstfahrzeuges. Im laufenden Betrieb gehören regelmässige Informationen und Schulungen dazu.

Ein Unternehmer muss sicher auch Vorbild sein?

Es gehört heute zu den unabdingbaren Aufgaben des verantwortungsbewussten Flottenmanagers, eine Risikobeurteilung seiner Flottenfahrzeuge vorzunehmen. Aus dieser Einschätzung können nachhaltige Massnahmen zur Senkung der vorhandenen Risiken eingeleitet werden. Das Wichtigste ist aber, dass diese Massnahmen, wie Sie selber sagen, von den Firmenverantwortlichen vorgelebt und auch mitgetragen werden. Vorbildfunktionen sind hier eine wichtige Säule, um die Implementierung von Präventionsmassnahmen voranzutreiben.

Was unternimmt der SFFV für die einzelnen Unternehmen?

Der Schweizerische Fahrzeugflottenbesitzerverband ist hier schon lange aktiv. Informationsveranstaltungen zu diversen Themen mit präventiven Inhalten wie Versicherung, Telematik, Schulung, Eco-Drive oder technische Neuerungen gehören zu den Verbandstätigkeiten. Wir waren auch an der Erstellung des bfu-Handbuches «Sicher ankommen im Strassenverkehr» beteiligt. Zusätzlich haben wir intern einen Kurs für unsere Mitglieder in Zusammenarbeit mit der bfu angeboten. Ein grosser Pluspunkt ist auch der Austausch unter den Verbandsmitgliedern. Hier können wichtige Erfahrungen diskutiert werden, die in das Betreiben der Flotte einfliessen.