Risk Management im Fuhrpark ist weit mehr, als jeden Mitarbeiter einmal in ein Fahrsicherheitstraining zu schicken. Es geht vielmehr auch um rechtliche Aspekte und nachhaltige Ziele. Denn Unternehmen, die für Sicherheit im Strassenverkehr sorgen geraten weniger schnell ins Visier der Justiz und haben obendrein die Chance, massiv Kosten einzusparen.

Das Flottenbudget schonen
Schäden und Unfälle ziehen nicht nur direkte Kosten – wie beispielsweise für die Instandstellung – mit sich, sondern verursachen darüber hinaus auch indirekte Betriebsaufwände. Oft wird nämlich vernachlässigt, dass ein solches Ereignis auch für administrative Mehrarbeit im eigenen Unternehmen sorgt. Auch versicherungstechnisch können zu viele Unfälle und Schäden ins Geld gehen. Neuverhandlungen, Vertragsausschlüsse oder höhere Selbstbeteiligungen können die Folgen sein. Im schlimmsten Fall droht bei einer anhaltend hohen Schadenquote (Verhältnis von Prämien zu Schadenaufwendungen) sogar mitunter die Kündigung des Versicherers. Bei der AXA Winterthur prophezeit man, dass sich die Kosten für Schäden um bis zu 20 Prozent senken lassen, wenn ein Unternehmen die Tipps aus dem eigens entwickelten Servicepaket «driving@work» umsetzt. Das ist viel Geld und es lohnt sich deshalb auch für kleine Flotten, auf Prävention zu setzen. Insbesondere in Anbetracht dessen, dass man bei der AXA Winterthur davon ausgeht, dass jeder Schaden einen Flottenbetreiber zwischen 3000 und 6000 Franken kostet.

Die richtige Ausstattung beim Fahrzeugkauf
Risk Management beginnt schon beim Kauf der Fahrzeuge. Bei der AXA Winterthur hat man herausgefunden, dass Unfälle beim Rückwärtsfahren sowie beim Ein- und Ausparken in der Schadenstatistik von Flotten den Hauptteil ausmachen. Einparkhilfe sollte deshalb in jedem Firmenfahrzeug zur Standardausrüstung gehören. Mittlerweile gibt es aber noch zahlreiche weitere Fahrerassistenzsysteme. Diese sorgen nicht nur für mehr Sicherheit, sondern on top auch für bessere Restwerte. Damit lässt sich also nachhaltig Geld einsparen.

Ausreichender Versicherungsschutz
Flottenfahrzeuge müssen ausreichend versichert sein. Neben der Haftpflichtversicherung ist auch eine Kaskoversicherung ratsam. Versicherungsexperte Thomas Cserhat von der Advantis Versicherungsberatung AG rät zudem zu einer Rechtsschutzversicherung. «Wir empfehlen das sehr, denn Rechtsfälle sind zeitaufwendig, komplex und teuer», so Cserhat.

Grösstes Potenzial steckt im Fahrer
Bei 95 Prozent aller Unfälle hat der Fahrzeuglenker oder einer der Fahrer direkten Einfluss auf das Ereignis. Das heisst, in diesen Fällen waren keine technischen Defekte oder äusseren Einflüsse, wie zum Beispiel das Wetter, ausschlaggebend. Viel mehr waren laut Untersuchungen der AXA Winterthur womöglich Unaufmerksamkeit (Telefonieren), Fahrunfähigkeit (Alkohol, Drogen oder Medikamente), zu wenig Abstand,  schlecht gesicherte Ladung oder fehlende Übersicht beim Rückwärtsfahren ausschlaggebend.
Beim Dienstwagenfahrer ist deshalb das grösste Potenzial zur Prävention vorhanden. Zwar kann nur der Fahrzeuglenker einen Unfall verhindern, aber sein Arbeitgeber kann mit bestmöglicher Schulung und optionalen Hilfsmitteln dazu beitragen.

Die Aufgaben des Unter­nehmens
Ein Fuhrparkbetreiber muss also für die bestmögliche Ausstattung seiner Fahrzeuge und die richtige Ausbildung der Fahrer sorgen. Dabei geht es aber nicht nur um Fahrsicherheitstrainings, viel mehr braucht es ein Gesamtkonzept. «Man muss individuell auf die Probleme und Bedürfnisse einer Flotte eingehen», erklärt Peter Koch, Geschäftsführer beim Driving Center Schweiz, und ergänzt: «Wir schauen gemeinsam mit dem Fuhrparkbetreiber an, was sinnvoll ist.» Koch rät zu einer Strategie und einem Ausbildungsplan. Dabei solle längerfristig geplant werden. Themen seien zum Beispiel erste Hilfe, Alkohol am Steuer, Gesundheit, Verhalten bei einem Unfall, Parkieren, Ladungssicherung etc. Damit ist es aber nicht getan. Neben der regelmässigen Ausbildung gehören auch eine stetige Besprechung und die Analyse von Ereignissen zu den Aufgaben des Fahrzeugverantwortlichen. Ziel dieser Besprechungen sollte sein, dass ein Unfall oder Schaden sich nicht ­wiederholt.