Die Logistikbranche gilt als Stimmungsbarometer für die Wirtschaftsentwicklung. Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise trafen sie gleich zu Beginn. Neueste Zahlen und Statistiken legen den Schluss nahe, dass sie sich bereits wieder auf Wachstumskurs befindet. Auch in der Transportbranche zeichnet sich eine Erholung ab. «Im Güterverkehr steht in erster Linie das Potenzial der Kostenoptimierung im Vordergrund», sagt Christian Rudin, Managing Director von easyFairs, Schweiz. Einerseits gehe es um die Optimierung der Dispositionen, ­anderseits um die optimale Beladung der Transportmittel. Qualitätssicherung durch Kostentransparenz ist ein weiteres Stichwort, welches Rudin erwähnt. In temperaturgeführten Transporten etwa sei die 1:1-Überwachung der Temperatur ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Insbesondere Pharmakonzerne setzen auf temperaturgeführte Transporte. Da Medikamente auf Temperaturschwankungen besonders sensibel reagieren, muss beim Transport eine bestimmte Temperatur eingehalten werden.

Grosses Potenzial

Die Transport- und Logistikbranche steht im Zeichen der zunehmenden Globalisierung neuen Herausforderungen gegenüber. Dabei sind innovative Lösungen gefragt, um sich im Wettbewerb erfolgreich behaupten zu können. Das betrifft insbesondere auch den IT-Bereich, der für den reibungslosen Ablauf der Geschäftsprozesse von Unternehmen eine zentrale Rolle spielt. Bei mobilen IT-Lösungen ortet Rudin ein grosses Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft sei: «Das zeigt beispielsweise eine Fallstudie zum Unternehmen Holcim, dem führenden Spezialisten in den Bereichen Zement, Kies und Beton, das die ganze Wertschöpfungskette automatisiert hat. Eine markante Qualitäts- und Effizienzsteigerung ist die logische Konsequenz.» Mobile IT-Lösungen seien heute aber nicht mehr nur für grosse Firmen geeignet, so Rudin: «Mobile Endgeräte werden auch für Kleinbetriebe immer erschwinglicher und sinnvoll in der Integration.»

Umwelt- und Klimaschutz

Die sogenannt «Grüne Logistik» ist heute ein wichtiges Thema im Transportbereich. Ihre Bedeutung nimmt ständig weiter zu. Der Grund liegt auf der Hand: Wir müssen trotz des prognostizierten Wachstums im Güterfernverkehr den Klima- und Umweltschutz einhalten. Auch hier spielt das Flottenmanagement eine entscheidende Rolle. Im Fokus steht dabei die Vereinbarkeit von Verkehrswachstum mit dem Umwelt- und Klimaschutz. Nicht Zwangsmassnahmen sollen zum Ziel führen, sondern das Engagement der Wirtschaft. Viele Unternehmen sind hier bereits aktiv geworden, nutzen moderne Antriebstechnologien, halten ihr Fahrpersonal zu einer kraftstoffarmen Fahrweise an und setzen neu entwickelte Programme ein, um ihre Routenplanungen zu optimieren. «Grüne Logistik» soll in diesem Zusammenhang Schnittstellen optimieren. Stichwort Geo-Lokalisierung. Auch hier ortet Christian Rudin Optimierungspotenzial: «Die Geo-Lokalisierung hilft, den Kundenservice zu verbessern. Schnellere Serviceeinsätze sind das Ergebnis.» Aber auch für die einzelnen Aussendienst-Mitarbeitenden bringt die Geo-Lokalisation einen Mehrwert. «Sie ermöglicht eine vereinfachte Planung und einfachere Routenwahl durch das Erkennen des Strassenzustands in Echtzeit», betont Rudin. Einen Wermutstropfen habe die neue Technologie natürlich schon. «Die lockeren Zeiten im Aussendienst, bei denen man sich einen schönen Sommernachmittag selber gestalten konnte, gehören definitiv der Vergangenheit an», sagt Christian Rudin.