• Marc Furrer
  • Reinhold Turati
  • Patrik Tschachtli

Nach wie vor Energie für die individuelle Mobilität

Was ist die grösste Herausforderung für die künftige Mobilität in der Schweiz?
Die Bevölkerung nimmt weiter zu und wir legen im Alltag immer grössere Strecken zurück. So erstaunt es wenig, dass sowohl der öffentliche Verkehr als auch die Strassen zu Spitzenzeiten bereits heute überlastet sind.

Künftig wird die Mobilitätsbranche vor noch grösseren Herausforderungen stehen, da einerseits der Verkehr weiter zunehmen wird und andererseits für den Ausbau der Infrastrukturen unverändert begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Das macht die Suche nach dem Konsens zwischen den unterschiedlichen Akteuren mit ihren jeweiligen Interessen herausfordernd.

Welche Auswirkungen haben alternative Antriebe aufs Tankstellengeschäft?
Alternative Antriebsmodelle werden sicherlich Veränderungen auf die Stationen bringen. Aus heutiger Sicht wird ein Teil der zukünftigen Mobilität elektrisch sein. Was sich auch immer durchsetzen wird, wir werden die Energie in der Schweiz anbieten.

Allein von der normalen Erneuerung des Fahrzeugbestandes her betrachtet dürfte es mindestens zwei bis drei Jahrzehnte in Anspruch nehmen, bis der Schweizer Fahrzeugpark umgestellt ist.

Wie sieht die Tankstelle der Zukunft aus?
Sie wird nach wie vor die Energie für die individuelle Mobilität anbieten, zusätzlich werden aber die Service-Bereiche wie Convenience Shop, Café, Car Wash und weitere Dienstleistungen ausgebaut und auf die zukünftigen Bedürfnisse ausgerichtet.

Die Lagen der Stationen werden aber selbstverständlich weiterhin attraktiv bleiben.

Ein wichtiger Faktor der Mobilität ist Flexibilität

Was ist die grösste Herausforderung für die künftige Mobilität in der Schweiz?
Die Mobilität des Menschen ist eng verbunden mit der Selbstbestimmung, mit der freien Wahl von Verkehrsmittel und Verkehrsweg. Ein weiterer wichtiger Faktor heisst Flexibilität.

Vor allem bei Nutzfahrzeugen nimmt die flexible Einbindung in die Logistikkette von Gütern und Nahrungsmitteln einen wichtigen Stellenwert ein. Die ökologische Entwicklung, die Zunahme der Bevölkerung und der höhere Bedarf an Mobilität grenzen diese Errungenschaften immer mehr ein. Die grösste Herausforderung für die Mobilität in der Schweiz liegt sicher darin, in diesem Spannungsfeld den richtigen Mix zu entwickeln.

Dieser soll die freie Wahl der Mobilitätsform erhalten, muss aber auch die Emissionen und die Einflüsse auf die Umwelt reduzieren.

Wie stellt sich die Branche auf die CO2-Vorgaben 2020 ein?
Die Evolution der Technologie zur Verbesserung des CO2-Ausstosses bei den klassischen Verbrennungsmotoren stösst langsam an ihre Grenzen.

Deshalb wird viel in das sogenannte Downsizing investiert. Kleinere, leistungsstarke Motoren stehen hier im Vordergrund, ergänzt mit zunehmender Anzahl von Modellangeboten mit alternativen Antrieben.

Nimmt der Benzinantrieb angesichts der Diesel-Diskussionen im Flottenkundengeschäft zu?
Der Einkauf im Flottenkundengeschäft ist an viele Faktoren gebunden. Verbrauch, Emissionen und Umweltbelastung werden dabei immer wichtiger. Vorausschauend kann man sagen, dass eine Zunahme der Benzinmotoren höchstens bei Personenwagen-Flotten denkbar ist.

Nicht aus finanziellen Gründen bei den Reifen sparen

Was ist die grösste Herausforderung für die künftige Mobilität in der Schweiz?
Durch den zunehmenden Verkehrsfluss und den gesteigerten Mobilitätsanspruch bei der gegebenen Topographie wird die grösste Herausforderung der Ausbau der Infrastruktur unter Berücksichtigung gesellschaftsspezifischer Bedürfnisse wie etwa Lärmbelastung sein.

Setzen Flottenkunden heute mehr auf Premiumreifen oder mehr auf Qualitäts- beziehungsweise Budgetreifen?
Der Premiumreifen hat nach wie vor die Priorität A. Dies durch seine Gegebenheiten wie Qualität und Technik. Zudem haben sich die Premiumreifen preislich in die Nähe der Qualitäts- und Budgetreifen positioniert.

Insbesondere im Strassenverkehr ist es wichtig, dass nicht aus finanziellen Gründen an der Qualität der Reifen gespart wird. Ein verlängerter Bremsweg, ein geplatzter Reifen oder eine gefährliche Aquaplaning-Situation können sogar über Leben und Tod entscheiden und möglicherweise schwere Unfälle verursachen.

Premiumreifen der namenhaften Reifenhersteller minimieren das Risiko im Strassenverkehr markant. Sie weisen nebst anderen Kriterien besonders gute Eigenschaften bezüglich des Bremsweges, des Verschleisses und des Benzinverbrauchs auf.

Sind Ganzjahresreifen in der Schweiz ein Thema?
Im Flottenbereich wie auch im Endkundensegment, wo man auf die Mobilität angewiesen ist, konnte sich der Ganzjahresreifen bis heute in der Schweiz nicht durchsetzen. Fakt ist, dass die Witterungsverhältnisse selbst in urbanen Regionen einen Winterreifen verlangen.