In der Schweiz befindet sich das Fahrzeugleasing für Firmen im Vergleich zu europäischen Nachbarländern noch in den Kinderschuhen. Hierzulande setzen ungefähr 17 Prozent aller Unternehmen mit mehr als tausend Mitarbeitenden auf das Outsourcing ihrer Fahrzeugflotte. Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist der Durchdringungsgrad noch tiefer. Schaut man über die Landesgrenze hinaus, zeigt sich ein anderes Bild: Dort nutzen rund zwei Drittel der Unternehmen für ihre Mobilitätsbedürfnisse verschiedene Leasingvarianten. Es fällt ebenfalls auf, dass in Nachbarländern mehrere öffentlich-rechtliche Instanzen wie die Post, die Behörden oder sogar die Armee ihre Finanzierungs- und Mobilitätsbedürfnisse über verschiedene Leasingvarianten auslagern. In der Schweiz jedoch wird das Leasing im öffentlichen Bereich kaum in Anspruch genommen. Caroline Mahieu, Vizepräsidentin des Schweizerischen Leasingverbandes, sagt: «Es herrscht nach wie vor die Tendenz, Investitionsgüter wie Fahrzeuge zu kaufen, sie über ein Finanzleasing oder einen Kredit zu finanzieren und diese selbst zu betreuen. Sei es, weil Behörden und Unternehmen oft keine grosse Dringlichkeit sehen, etwas am Fuhrparkmanagement zu verändern, oder sei es, weil sie das Gefühl haben, auf diese Weise die finanziellen Ausgaben besser im Griff zu haben.»

Flottenbudget wird planbar

Vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind Kostentransparenz und eine verlässliche Budgetierung der finanziellen Ausgaben unerlässlich. «Viele Unternehmen entscheiden sich gerade dann für ein Outsourcing des Flotten­managements, wenn es gilt, den Gürtel enger zu schnallen. Denn Leasing schont das Eigenkapital und schafft Liquidität, da die finanziellen Mittel eines Unternehmens nicht blockiert sind, sondern für die Umsetzung der Unternehmensziele eingesetzt werden können», sagt Caroline Mahieu. Ein weiterer Vorteil sind die vereinfachte Budgetierung und die garantierte Kostenkalkulation. Diese basieren auf einer im Vorfeld durchgeführten Analyse der Fahrzeugflotte. Sie zeigt auf, wie sich Wertminderung, Betrieb und Unterhalt der einzelnen Fahrzeuge zueinander verhalten und wo Optimierungsbedarf besteht. Anhand von komplexen Berechnungsmodellen konstruieren die Flottenspezialisten daraufhin die Gesamtkosten, die als fixer und  je nach gewählter Vertragsvariante auch garantierter Wert ins Unternehmensbudget einfliessen. «Auf diese Weise hat das Unternehmen verlässliche Zahlen zur Hand und ist vor unliebsamen finanziellen Überraschungen geschützt», so Leasing-Expertin Mahieu. Manche Anbieter übernehmen zudem das operative Risiko auf Restwert und Wartung und bieten darüber hinaus ganzheitliche Lösungen an, welche die Total Cost of Ownership (TCO) berücksichtigen. Dies hilft Unternehmen nicht nur die Kosten zu beherrschen und Risiken auszulagern, sondern auch das Flottenbudget zu optimieren und laufend deutliche Einsparungen zu realisieren. In Zeiten wirtschaftlicher und marktbedingter Unsicherheiten ein grosser Vorteil.

Full Service Leasing setzt sich durch

Neben der garantierten Kostenkalkulation und der vielfach massgeschneiderten Finanzierung kann für das Leasing ein weiteres Argument ins Feld geführt werden: Der Schutz der Fahrzeugflotte vor Überalterung. Da Fahrzeuge alle drei bis fünf Jahre ausgewechselt werden, sind alterungsbedingte Reparaturen eher selten. Bietet der Leasingpartner darüber hinaus weitere umfassende Dienstleistungen an, so spricht man von Operational oder Full Service Leasing. Caroline Mahieu betont: «Dabei handelt es sich um massgeschneiderte Dienstleistungen rund um das Fahrzeug, die von Wartung, Reparatur, Pannenhilfe, Reifenservice, Ersatzfahrzeug bis zu Treibstoffkartenmanagement, Versicherung und Schaden­handling reichen.» Und es gibt Tendenzen, die zeigen, dass das Full Service Leasing auch in der Schweiz auf immer stärkere Nachfrage stösst.