Stichwort Firmenflotte: Mit welchen Kosten, Herr Mühlethaler, müssen Unternehmen, unabhängig von ihrer Grösse, in der Regel rechnen?

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Dazu muss man sich erst einen umfassenden Überblick verschaffen. Oft sind nämlich die tatsächlichen Kosten für die Bewirtschaftung der Flotte selbst dem Management nicht bekannt. Deshalb raten wir, die Fahrzeuge nach dem Prinzip «Total Cost of Ownership» zu bewirtschaften, mit dem Fokus auf alle relevanten Kostenelemente und Risiken. Das schafft die nötige Transparenz, um Kosten nachhaltig zu reduzieren. Unsere Erfahrungen zeigen, dass das Einsparpotenzial bis zu 15 Prozent ausmachen kann.

Welche Voraussetzungen benötigt denn ein effizientes Flottenmanagement?

Das beginnt für den Kunden bereits bei der individuellen Beratung. Am Anfang steht eine umfassende Situations- und Bedarfsanalyse. Gemeinsam mit dem Kunden geht es darum, dessen Bedürfnisse zu eruieren und gestützt darauf, ein nachhaltiges, effizientes und wirtschaftliches Konzept für das Flottenmanagement zu entwickeln. Daraus leitet sich sinnvollerweise eine Car Policy ab, die dem Unternehmen eine kosteneffiziente Mobilität garantiert und gleichzeitig die Firmenziele mit einschliesst.

Welche Ansätze sind besonders vorteilhaft?

Grundsätzlich lohnt es sich für jedes Unternehmen, den Fuhrpark von einem externen Flottenmanager in einer Full-Service-Lösung bewirtschaften zu lassen. Der Kunde zahlt eine fixe Monatsrate über die gesamte Vertragslaufzeit, trägt kein Kostenrisiko, hat dadurch finanzielle Planungssicherheit und kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Gerade in kleineren Firmen wird die Fahrzeugbewirtschaftung oft von mehreren Mitarbeitenden im Nebenjob erledigt. Vielfach verfügen diese weder über die nötige Zeit noch das technische Know-how, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden.

Welche Mobilitätslösungen zeichnen sich als nachhaltig aus?

Nachhaltigkeit setzt sich aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Komponenten zusammen. Mit andern Worten: Ökologie ist nur ein Teil der Nachhaltigkeit. Bei der Bewirtschaftung der Flotte muss die Nachhaltigkeit deshalb ganzheitlich betrachtet werden. Pooling zum Beispiel bedeutet die Nutzung der Fahrzeuge durch mehrere Fahrer. Damit kann die Auslastung der Fahrzeuge erhöht und die Effizienz des Fuhrparks gesteigert werden, womit sich Kosten einsparen lassen. Auch das Mitfahren, das sogenannte Ride-Sharing, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Mitarbeitenden können dabei sowohl ihre Fahrten zur Arbeit wie auch die Dienstfahrten organisieren. Mitfahren trägt zudem dazu bei, Energie und Geld einzusparen und vermindert die CO2-Emissionen. Zusätzlich wird das Verkehrsaufkommen reduziert und es braucht weniger Parkplätze.

Wie können Sie Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen?

Das fängt schon im Kleinen an. Nehmen Sie das Thema Fahrzeugreifen. Breitere Reifen sind meist teurer und verursachen einen gesteigerten Treibstoffverbrauch und damit zusätzliche Kosten. Durch den erhöhten Verbrauch an Treibstoff resultieren zudem mehr Emissionen. In der Car Policy kann ein Unternehmen festlegen, mit welchen Reifen die Firmenfahrzeuge ausgerüstet werden und so einen sinnvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Und: Für kürzere Distanzen können die Mitarbeitenden durchaus auch einmal Firmenvelos benützen beziehungsweise E-Bikes und Elektro-Scooter oder auf den öffentlichen Verkehr umsteigen.