In der Landessprache heisst die Hauptstadt des Königreichs Thailand eigentlich «Stadt der Engel». Sicher ist, dass hier hier mehr als acht Millionen freundliche, fleissige Menschen leben, in der Bangkok Metropolitan Region (BMR) sogar beinahe doppelt so viele. Dazu kommen jährlich mehr als 35 Millionen Gäste, Geschäftsreisende wie Touristen. Bangkok ist seit 1782 die Hauptstadt von Thailand und bildet ein eigenes Verwaltungsgebiet mit dem Status einer Provinz. Es ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Königreichs, aber auch von ganz Südostasien.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Business-Metropole Bangkok wird durch den Sitz der Uno-Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik (Unescap) unterstrichen. Dabei war Bangkok im 17. Jahrhundert nur ein kleines Fischerdorf am Ostufer des Chao Phraya. Heute gibt es hier noch weitere Uno-Sitze sowie die Niederlassungen von Weltkonzernen.

Heisseste Monate
Das Herz des Business-Distrikts schlägt in der Sukhumvit-Strasse, aber auch an der Silom-Strasse und am Siam-Platz. Alle Luxusmarken bieten ihre Güter an, in den Restaurants und Büros werden Geschäfte abgewickelt. Nach der grossen Flut und den nicht immer günstigen Ausschlägen des Wirtschaftspendels geht es der thailändischen Wirtschaft wieder gut, vor allem in Bangkok, wie die Bank of Thailand bestätigte.
Businessreisende können sich den Termin ihres Besuchs in Bangkok nicht immer aussuchen. Aber sie sollten nach Möglichkeit die heissesten Monate März und April meiden. Am kühlsten mit immer noch 31 Grad ist der Dezember, und auch Januar und Februar bleiben trocken. Aber Business-Talk findet ohnehin in klimatisierten Büros und Geschäften statt.

Sehr wichtig: Pünktlichkeit und gutes Essen
«In Bangkok macht Business Spass!», sagt Markus Ramseyer. Der Geschäftsmann, der in Zürich-Enge ein Nagelstudio sowie neuerdings auch ein Whisky-Geschäft besitzt, reist häufig nach Thailand, um einzukaufen. Er kennt Bangkok und die Welt des Business sehr gut. «Bangkok ist eine geschäftige Stadt mit extrem viel Verkehr», sagt er. «Deshalb sollte man immer rechtzeitig zu einem Meeting aufbrechen, denn in Bangkok wird auf Pünktlichkeit so viel Wert gelegt wie in der Schweiz.» Die neue Hochbahn versucht, etwas Individualverkehr zu kompensieren, aber meist zirkulieren die Menschen in Autos oder Tuk-Tuks. Seit 2010 gibt es eine Buslinie, die auf einer eigenen Spur verkehrt.

«Viele thailändische Geschäftleute sind chinesischstämmig», sagt Ramseyer. «Sie kommen gleich zum Thema. Aber weil sie wie alle Thailänder freundlich und fröhlich sind, ist auch Small Talk nicht verboten. Sprachbegabt sind die meisten, die Verständigung ist überhaupt kein Problem. Manchmal wird die Besprechung im nächsten Restaurant fortgesetzt und zu einem Abschluss gebracht, denn Essen ist in Thailand überaus wichtig.» Ramseyer berichtet lachend von einem hübschen Sprichwort, wonach ein Thailänder, der gerade nicht isst, bereits ans nächste Essen denkt.

Anders als in anderen asiatischen Ländern gibt es keine No-Gos, an die sich die Besucher aus dem Westen gewöhnen müssten. Der Handshake zwischen Geschäftspartnern sei durchaus üblich, sagt er, auch wenn die Hände normalerweise zum Gruss vor dem Gesicht zusammengelegt werden. Ramseyer rät zu charmanten Gesten: «Kleine Mitbringsel sind nie falsch.»