Themen sind hier CO2-Bilanz, Emissionswerte, Fahrzeugnutzung, Reduktionspfade, Einsatzoptimierung, Transportmittelwahl sowie alternative Antriebe und Treibstoffe, sagt Simone Leicht von der Mobility Solutions AG.

Welche Vorteile bietet die Anbindung an einen Flottenbetreiber, was das Flottenmanagement beziehungsweise die Mobilitätsdienstleistungen betrifft?
Die Post nutzt mit 19 000 Fahrzeugen eine der grössten Flotten der Schweiz – vom Zweirad bis zum LKW. Durch das Management dieser besonderen Flotte, verfügen wir seit vielen Jahren über ein in der Branche einzigartiges Know-how zu allen Fahrzeugtypen, inklusive Spezialfahrzeugen wie Flurfördermitteln. Ausserdem ist die Post ein sehr innovatives Unternehmen und ist vor allem im Bereich der Nachhaltigkeit stark engagiert. Dies hat dafür gesorgt, dass wir alle Antriebsarten – Benzin, Gas, Elektro – handeln können und unsere Partnergaragen entsprechend geschult sind.

Weshalb soll ich meine Flotte outsourcen oder anders gefragt: Inwiefern profitiere ich davon?
Beim Outsourcen des Flottenmanagements werden die Fahrzeuge nach dem TCO-Ansatz (Total Cost of Ownership) bewirtschaftet. Professionelles Controlling, Reporting und die fachmännische Fuhrparksteuerung sorgen für Transparenz bei den Fuhrparkkosten. Ein Full-Service-Flottenmanagement, am besten inklusive Finanzierung, nimmt dem Kunden sozusagen alle Sorgen ab. Er profitiert dabei vor allem von der Planungssicherheit. Der Fahrzeugmarkt entwickelt sich volatil, Restwerte verändern sich, Reparaturkosten sind schwer vorhersehbar. Bei einem Full-Service-Vertrag trägt der Flottenmanager das volle Risiko. Der Kunde zahlt monatlich eine fixe Pauschale. Wenn die tatsächlichen Kosten am Ende der Vertragslaufzeit die kalkulierten Kosten übersteigen, geht dies zu Lasten des Flottenmanagers. Gerade für KMU ist dies die optimale Variante des Outsourcings. Je nach Outsourcing-Ziel und eigener Finanzkraft ist es aber auch möglich, nur Teilbereiche auszulagern. Die meisten Flottenmanager bieten dazu entsprechend modular aufgebaute Vertragsmodelle an. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Kunde seine Ressourcen auf sein Kerngeschäft konzentrieren und sein eigenes Personal besser einsetzen kann.

Nur eine detaillierte Situations- und Bedarfsanalyse hinsichtlich der Fahrzeugflotte führe zum gewünschten Ergebnis und zu nachhaltiger Kostenoptimierung, raten Mobilitätsspezialisten. Weshalb?
Um Kosten optimieren zu können, müssen diese zunächst bekannt sein. In vielen Firmen sind die Aufgaben im Zusammenhang mit der Flottenbewirtschaftung auf unterschiedliche Bereiche verteilt, nur wenigen Firmen sind die effektiven Flottenkosten tatsächlich bekannt. Der zweite Aspekt ist der effektive Fahrzeugbedarf. Deckt die vorhandene Flotte die Bedürfnisse der Firma und der Mitarbeitenden ab? Können Fahrzeuge gewechselt und dadurch Kosten gespart werden? Erst eine Situations- und Bedarfsanalyse kann alle Fragen beantworten und schafft die Voraussetzungen, um eine Flottenoptimierung umsetzen zu können.
 

Unsere Kunden zeigen vermehrt Interesse an neuen, nachhaltigen Mobilitätslösungen.

Was genau beinhaltet eine sorgfältige und nachhaltige Flottenanalyse?
Zunächst wird die Ist-Situation der Flotte analysiert. Zusätzlich werden versteckte Ressourcen und mögliche Kosteneinsparungen identifiziert. Fuhrparkzusammensetzung, Laufleistungen, Fahrzeugalter und -ausstattung, Prozesse, firmeneigene Reglemente, bestehende Car-Policies und weitere Aspekte werden dabei überprüft. In der TCO-Analyse berechnen wir alle tatsächlichen Fahrzeugkosten. Diese Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beleuchtet alle fixen und variablen Kosten, die während der Gesamtlaufzeit eines Fahrzeugs entstehen. Wir erfassen die komplette Firmenwagenstruktur des Unternehmens und fertigen eine Bedarfsanalyse an. Daraus erarbeiten wir ein passendes Fuhrparkkonzept und die entsprechende Car-Policy.

Welche Optimierungspotenziale ergeben sich bei nachhaltigen Flotten- und Mobilitätslösungen?
Ökologische Lösungen können auch heute schon Geld sparen, z.B. die Einführung von Poolfahrzeugen und die damit verbundene Reduzierung der Gesamtflottenkosten oder eine an die Bedürfnisse angepasste Transportmittelwahl. Ganz neu bieten wir unseren Kunden mit dem MoS Move Center auch die Kombination von Pooling und Ridesharing an, wodurch auch noch die Sitze in den einzelnen Fahrzeugen besser ausgelastet werden können. Unser «Sorglos-Paket» – ein Fullservice-Flottenmanagement für Elektrofahrzeuge mit Batterie- und Restwertgarantie bietet Unternehmen eine planungssichere Möglichkeit, Elektroantriebe in die Flotte zu integrieren. Diese alternativen Lösungen  wirkt sich positiv auf die Ökobilanz eines Unternehmens aus. Weitere Vorteile sind Kostentransparenz und langfristig tiefere Gesamtmobili­tätskosten durch Treibstoffein­sparungen sowie die Minimierung von künftigen Lenkungs- und Steuerungsabgaben wie Roadpricing, CO2-Steuer, etc.
Eine nachhaltige Ausrichtung des Fahrzeugparks hat für Firmen zudem einen eindeutigen Imagegewinn bei Kunden und Mitarbeitenden als zukunftsweisender Arbeitgeber.

Welche Faktoren spielen bei der Umweltanalyse eine entscheidende Rolle?
Eine Umweltanalyse beleuchtet die Umweltperformance einer Flotte. Themen sind hier CO2-Bilanz, Emissionswerte, Fahrzeugnutzung, Reduktionspfade, Einsatzoptimierung, Transportmittelwahl, alternative Antriebe und Treibstoffe.

Wie sieht, darauf basierend, ein massgeschneidertes Fuhrparkkonzept aus?
Ein Fuhrparkkonzept berücksichtigt die Ist- und Soll-Situation des jeweiligen Kunden. Es beinhaltet Modellva­rianten für einzelne Hierarchien, mögliche Servicemodule für die Fahrzeuge, Finanzierungsmöglichkeiten und Beschaffungsmodalitäten. Unser Angebot ist deshalb modular aufgebaut, und der Kunde kann die Bausteine wählen, die für seine Zielsetzung sinnvoll sind.

Was hat es mit der Car-Policy auf sich?
Die Car-Policy bildet das Fuhrparkkonzept in einem Reglement ab und beschreibt die Umsetzung der Fuhrparkpolitik. Sie integriert steuerliche und gesetzliche Bestimmungen, Corporate-Design-Vorgaben und Belange der Mitarbeitenden. Im Detail beinhaltet sie Beschreibungen zur Fahrzeugnutzung und zu den Nutzergruppen, Modelle, Konfigurationen, Leistungen und eingeschlossene Servicebausteine, Tankkartennutzung, Zubehör, Zuzahlungen, Rückgabe- und Übernahmemodalitäten. Eine ausgewogene, den Unternehmensbedürfnissen entsprechende und nachhaltig ausgerichtete Car-Policy spiegelt den Unternehmens-Spirit wider und wirkt sich positiv auf das Image aus.

Inwiefern sind ganzheitliche Lösungsansätze aus einer Hand ein entscheidender Vorteil für den Kunden?
Durch den Single-Point-of-Contact profitiert der Kunde von einem geringeren administrativen Aufwand und effizienten Prozessen sowie von einer klaren Umsetzung der Fahrzeugpolitik. Generell kann man von einer Kostenersparnis von bis zu 20 Prozent gegenüber einer Inhouse-Lösung ausgehen.

 

Stichwort Instandhaltung, Versicherungen und Schadenmanagement: Inwiefern profitiere ich hier von
nachhaltigen und ganzheitlichen Lösungsansätzen?

In der Wartung und einem daran anschliessenden fachmännischen Rech­nungs-, Schaden- und Datenmanagement lassen sich durch die Skaleneffekte direkte Einsparungen erzielen. Gerade im Fahrzeug-Betrieb ist die Bündelung der Leistungen auf einen Ansprechpartner ein grosser Vorteil, der dem Kunden neben Geld vor allem auch Zeit einspart.

Wie haben sich nachhaltige Mobilitätslösungen im Hinblick auf die Schweiz in den letzten Jahren verändert und wie wichtig sind in diesem Zusammenhang herstellerunabhängige Full-Service-Flottenmanagement-Lösungen?
Unsere Kunden zeigen vermehrt Interesse an neuen, nachhaltigen Mobilitätslösungen. Dies vor allem im Zusammenhang mit dem steigenden Kostendruck. Zudem zeigen aktuelle Studien, dass sich der heutige Mensch immer mehr vom Autobesitzer zum Mobilitätskonsumenten wandelt. Dieser Trend wird über kurz oder lang auch vermehrt bei den Firmen feststellbar sein.