Ralph Endres, was heisst «der Situation angepasst»? Erinnern Sie sich an einen besonders dramatischen Fall?
Roland K. war bis vor kurzem für eine Schweizer Firma in Bahrain tätig und lebte mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn während drei Jahren in Manama. Roland ist Schweizer, seine Ehefrau Kirsten Dänin. Kirsten war im achten Monat schwanger, als Schwangerschafts-Komplikationen auftraten. Gleichzeitig brachen in Bahrain politische Unruhen aus. Die Familie sah sich von einem Tag auf den anderen an Leib und Leben bedroht.

Was unternahm der Familienvater?
Roland K. hatte in dieser dramatischen Situation für seine Familie klare Ansprüche:
1. Sofortige ärztliche Betreuung seiner Ehefrau vor Ort
2. Sofortige Rückführung der ganzen Familie unter ärztlicher Kontrolle in die Schweiz
3. Planung der Geburt in einem Privatspital in Dänemark.
4. Im Zentrum stand die Gesundheit der Familie. Neben finanziellen Fragen (wer bezahlt das?) gab es logistische und organisatorische Probleme zu lösen.

Und wer bezahlte?
Rolands Arbeitgeber hatte seine Sorgfaltspflicht vorbildlich wahrgenommen und die richtigen internationalen Versicherungen abgeschlossen. So konnte schnell und professionell geholfen werden. Diese Sorgfaltspflicht ist – gerade in der Schweiz – noch nicht selbstverständlich. Oft sind Arbeitnehmende für ihre Versicherungen selbst verantwortlich, was zu ungenügenden, nicht angepassten Deckungen führt.

Welche Versicherungslösungen sind adäquat?
Es braucht zum Beispiel eine Krankenversicherung, welche im Gastland wie im Heimatland eine gute Behandlung für die ganze Familie gewährleistet. Nach einer Rückkehr in die Schweiz muss der Übertritt in eine lokale Versicherungslösung ohne Gesundheitsprüfung sichergestellt sein. Die Weiterführung der Versicherungsdeckungen bei einem Wechsel des Arbeitgebers, des Gastlandes oder nach der Pensionierung sollte gewährleistet sein. Zu einer kompletten Versicherungslösung gehören natürlich auch die Deckung der Folgen eines Erwerbsausfalles durch Arbeitsunfähigkeit, Invalidität oder Tod sowie die Sicherstellung der Altersvorsorge unter Berücksichtigung von Sozialversicherungs-Lücken. Eine professionelle Beratung lohnt sich auf jeden Fall.