«Bei der Überprüfung der aktuellen Risikokosten stellen wir immer wieder ein grosses Sparpotenzial bei den Motorfahrzeug-Versicherungsprämien fest. Die Offerten der einzelnen Anbieter können um bis zu hundert Prozent voneinander abweichen», sagt Thomas Cserhat, Flottenversicherungsexperte der Advantis Versicherungsberatung AG. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Viele Motorfahrzeug-Flottenversicherungen sind jährlich kündbar. «Im Gegensatz zu langfristigen Sach-, Betriebshaftpflicht-und Personen-versicherungen sind deshalb kurzfristig grössere Volumenverschiebungen möglich. Benötigt eine Versicherungsgesellschaft für die Erreichung ihrer Absatzziele noch Umsatz, zeichnet sie Flottenrisiken zu sehr attraktiven Prämien», weiss Cserhat.

Prämienberechnung

Im Weiteren basiert die Prämienberechnung bei den meisten Gesellschaften auf einem Grundtarif für das einzelne Fahrzeug, abhängig von den Fahrzeugeigenschaften. «Dann wird aufgrund der Schadenfrequenzen der vergangenen Jahre eine Risikoeinstufung vorgenommen oder es wird basierend auf den vergangenen Schadenzahlungen eine Bedarfsprämie ermittelt», erklärt Cserhat. «Vor allem bei der obligatorischen Haftpflicht-Versicherung besteht hier viel Spielraum. Die eine Hälfte der Risikoprämie benötigt die Versicherung für Frequenzschäden und die andere eigentlich zur Bildung von Rückstellungen für Grossschäden. Da letztere aber naturgemäss bei den wenigsten Kunden eintreten, sieht die individuelle Schadensbilanz meist recht gut aus. Unter dem erwähnten Volumendruck wird die Prämie deshalb gerne reduziert.»

Deckungskonzepte

In der Regel empfiehlt sich auch für Flotten eine Vollkaskodeckung, insbesondere während der ersten vier Jahre. Teilweise verzichten Grossflotten darauf und decken nur das Kumul-Risiko bei Feuer- oder Hagelschäden durch einen sogenannten Stoploss-Vertrag.
«Grundsätzlich bieten heute alle Gesellschaften die gleichen Deckungsbausteine an. Die Krux liegt im Detail», sagt Cserhat. «Bei der Haftpflicht wird zum Beispiel die Deckung der Grobfahrlässigkeit unterschiedlich gehandhabt und beim wichtigen Zusatzrisiko Beförderung gefährlicher Ladungen werden unterschiedliche Garantiesummen angeboten. Da all diese Risikoeinschätzungen sehr komplex sind, kann sich die Unterstützung durch einen neutralen Versicherungsfachmann lohnen.»