Herr Rupp, wie viele KMU in der Schweiz können von einer Flottenmanagement-Lösung profitieren?
Wir haben etwa 400000 kleine oder mittlere Unternehmen. 88 Prozent davon verfügen über weniger als zehn Mitarbeiter. Das grösste Potenzial liegt bei den verbleibenden 40000 bis 50000.

Warum hat sich das Flottenmanagement vielerorts noch nicht durchgesetzt?
In den letzten Jahren standen andere Themen im Fokus, zum Beispiel die Expansion ins Ausland oder der Franken-Schock.

Auf der Vertriebsseite waren es das Internet und Videokonferenzen. Nun stellt man fest, dass die Nähe zum Kunden oder Lieferanten unverzichtbar ist. Dafür benötigt man einen gut organisierten Fuhrpark.

Welche Vorteile ergeben sich damit?
Zunächst einmal geht es um die Haftung: Wenn Sie Fahrzeuge im Betrieb haben, müssen Sie ohne automatische Dokumentation aller Fahrer und Fahrten vor jedem Fahrzeugeinsatz überprüfen, ob der Mitarbeiter eine gültige Fahrerlaubnis hat.

In der Realität macht das kaum ein Firmeninhaber. Passiert jedoch etwas, haftet der Inhaber direkt für die Unfallfolgen.

Sehen Sie noch weitere starke Argumente?
Ein Flottenmanagement bindet deutlich weniger Kapital, weil man die Fahrzeuge zu günstigen Konditionen leasen oder kaufen kann. Das ist gerade für kleinere und mittlere Firmen, die meist ohne dicke Kapitaldecke auskommen müssen, eine grosse Hilfe.

Ausserdem gibt es für den vernetzten Fuhrpark komfortable Software-Lösungen und Apps, mit denen sich sämtliche Autos über das Internet steuern und überwachen lassen. Die Software erkennt sofort, wenn irgendwo ein Problem auftaucht, und kümmert sich auch um Controlling und Buchhaltung.

Welche Unterstützung bieten Sie Ihren Mitgliedern, die eine Flottenmanagement-Lösung suchen?
Wir haben Spezialisten, die sich gut im Markt auskennen. Es reicht nicht, beim Händler ein paar Autos zu kaufen und einen Flottenrabatt zu verlangen. Man muss sich auch um die steuerliche Optimierung kümmern, um die Einsparmöglichkeiten auszuschöpfen.

Darüber hinaus haben wir Kooperationen mit Partnern wie Volvo oder Hertz, von denen unsere Mitglieder profitieren. 

Bietet die elektronische Fuhrparkverwaltung auch Potenzial für Firmen mit Spezialfahrzeugen?
Absolut. Warum sollte etwa eine Baufirma ihre teuren Maschinen ungenutzt herumstehen lassen? Über eine moderne Fuhrparkverwaltungssoftware kann man sie nach dem Carsharing-Prinzip mit anderen Unternehmen teilen.