Facts

1. Erdgas/Biogas als Treibstoff reduziert den CO2-Ausstoss um 40 Prozent.

2. Mit Erdgas/Biogas betriebene Fahrzeuge emittieren 60 – 95 Prozent weniger Schadstoffe.

3. Mit Biogas fährt man nachhaltig und CO2 neutral. Wer will kann seinen Treibstoff auf 100 Prozent Biogas upgraden.

4. Die Treibstoffkosten liegen bei Erdgas/Biogas ca. 30 Prozent tiefer als mit Benzin oder Diesel (Januar 2012).

5. Sämtliches, in der Schweiz als Treibstoff eingesetztes Biogas stammt aus Abfällen und wird in der Schweiz produziert.

6. Biogas aus Abfallstoffen weist unter sämtlichen Biotreibstoffen die beste CO2-Bilanz auf (Studie EMPA 2007).

7. 75 Prozent des in die Schweiz importierten Erdgases stammt aus Europa Damit wird eine sehr hohe Versorgungssicherheit erreicht.

8. Der Transport von Erdgas erfolgt über ein Pipeline-Netz und gewährleistet damit eine hohe Ausfallsicherheit.

9. Mehr als 130 Tankstellen sichern Mobilität ohne Einschränkung.

10. Die Reichweite mit Erdgas/Biogas betreibenen Fahrzeugen liegt zwischen 300 und 900 km.

Um eines vorweg zu klären: Chemisch sind Erdgas und Biogas das selbe. Ihre Entstehung ist allerdings unterschiedlich. «Erdgas ist während langer Zeit in einem natürlichen Prozess im Erdboden entstanden. Biogas wird in einem kontrollierten Prozess beim Vergären von Biomasse hergestellt. Da sie in der Schweiz als Treibstoff gemischt abgegeben werden, verwendet man die beiden Begriffe meist zusammen.» erklärt Walter Lange, Geschäftsführer der gasmobil ag. Der Schweizer Mix für Treibstoff enthält aktuell 80 Prozent Erdgas und 20 Prozent CO₂-neutrales Biogas. Im Vergleich zum Benzin stösst ein Fahrzeug damit 40 Prozent weniger CO₂ aus. «Wer mit Erdgas/Biogas fährt, schont die Umwelt», so Lange. Gemäss einer Studie der EMPA fallen auch wesentlich weniger andere Abgase an, als bei Benzinmotoren. «Stickoxyde reduzieren sich über 50 Prozent, Kohlenwasserstoffe über 75 Prozent und Russpartkiel enstehen praktisch keine», Lange weiter. 

Mehrwert durch Erdgasfahrzeuge

Erdgasfahrzeuge haben neben ihren umweltschonenden Vorzügen auch Kostenvorteile. Zwar sind die Fahrzeuge in der Anschaffung für gewöhnlich etwas teurer als herkömmliche Modelle. Der Mehrpreis wird aber durch den niedrigeren Treibstoffpreis rasch amortisiert. Dazu kommt, dass die meisten Gasversorger den Kauf von Erdgas/Biogas betriebenen Fahrzeugen mit einem finanziellen Beitrag unterstützen. Weitere Einsparungen sind zudem bei diversen Versicherungsgesellschaften möglich und – je nach Kanton – bei der Motorfahrzeugsteuer.   Eine von Eurotax durchgeführte Studie über den Restwert von Erdgas/Biogas betriebenen Fahrzeugen zeigt, dass die modernen Fahrzeuge eine grosse Nachfrage auf dem Markt haben. «Die durchschnittliche Standzeit bis zum Verkauf ist kürzer als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen und der Erlös um rund 10 Prozent höher als bei vergleichbaren Autos ohne Erdgas-/Biogasausrüstung», weiss Lange.

Volltanken, bitte!

Ab Juli 2012 werden Importeure auf Fahrzeuge, die mehr als 130g CO2 pro km ausstossen, eine Abgabe entrichten müssen. Dies wird die Kosten von Benzin und Dieselbetriebenen Fahrzeugen erhöhen. Zudem wird die Förderung von Rohöl in den nächsten Jahren immer aufwändiger. Als Folge davon wird der Benzin- und Dieselpreis tendenziell steigen. Im Gegensatz dazu sind mit neuen Fördermethoden für Erdgas grosse Vorkommen einfach verfügbar geworden. Lange hierzu: «Momentan existiert ein Überangebot an Erdgas. Die Preise für Erdgas werden deshalb weltweit auf absehbare Zeit tief bleiben.» In der Schweiz existiert ein gut ausgebautes Netz von über 130 öffentlichen Tankstellen und es kommen laufend neue dazu. Für Flottenbetreiber bietet sich meist auch die Möglichkeit von firmeneigenen Tankstellen. Falls gewünscht, können sogar Tankmöglichkeiten in Privathäusern für einzelne Fahrzeuge installiert werden. Und wenn tatsächlich mal keine Tankstelle verfügbar wäre: «Fahrzeuge mit Erdgas/Biogasantrieb haben auch alle einen Benzintank. Falls der Gastank leer ist, stellt das Fahrzeug automatisch auf Benzinbetrieb um. Der Fahrer merkt dies nur daran, dass eine Kontroll-Lampe den Benzinbetrieb anzeigt», erklärt Lange.

Keine Gefahr für Nahrungsmittel

In der Produktion von nachhaltigem Biogas läuft einiges. Aufgrund der grossen Nachfrage nach Biogas werden Produktionskapazitäten aufgebaut. Von einigen Seiten wird kritisiert, dass Biogas aus Nahrungsmitteln in direkter Konkurrenz zur marktorientierten Nahrungsmittelproduktion steht. Lange entwarnt: «Das in der Schweiz angebotene Biogas wird aus Abfällen hergestellt. Nahrungsmittel werden nicht zur Produktion von Biogas verwendet.» Die anfallenden Abfälle aus der Nahrungsmittelproduktion werden in einer lokalen Produktionsanlage zu Biogas aufbereitet und können anschliessend lokal wieder verwendet werden. «Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, dass dabei die gesamte Wertschöpfung in der Region bleibt.» ergänzt Lange.