Herr Lange, die Erhöhung von Spritpreisen ist für Flottenhalter bei der Gesamtkosten-Betrachtung ihrer Fahrzeuge ein brennendes Thema. Liegt die langfristige Lösung in einer ökologischen Mobilitätsstrategie?
Besonders interessant ist eine Mobilitätsstrategie, die ökologisch und ökonomisch vorteilhaft ist. Erdgas/Biogas bietet hier eine hervorragende Möglichkeit. Im Schweizer Durchschnitt beträgt der an den Tankstellen abgegebene Mix 20% CO2-neutrales Biogas und 80% Erdgas. Mit diesem Treibstoff wird 40% weniger CO2-ausgestossen, als wenn mit Benzin gefahren wird. Auch andere Schad­stoffe wie NOx oder Russpartikel werden massiv weniger emittiert. Ökonomisch macht Erdgas/Biogas als Treibstoff Freude, weil die ­Kosten im Vergleich zu Benzin um ca. 0.45 Rappen tiefer liegen als der Literpreis für ­Benzin.

Der am meisten ins ­Gewicht ­fallende Faktor bei der TCO-­Kalkulation (Total Cost of ­Ownership) ist die Beschaffung respektive die Amortisation eines Fahrzeugs. Zahlen sich Erdgas-/Biogas-Fahrzeuge trotz ­hoher ­Anschaffungskosten auf Dauer aus?
Die Anschaffung eines Erdgas-/Biogasfahrzeugs ist tatsächlich etwas teurer als ein reines Benzinfahrzeug. Mit dem günstigeren Betrieb wird der Mehrpreis aber rasch amortisiert. Verschiedene Versicherer bieten Vergünstigungen für Erdgas-/Biogasfahrzeuge an und viele Kantone erlassen die Fahrzeugsteuer für diese Autos teilweise oder komplett. Zusammen mit den Einsparungen bei den Treibstoffpreisen ist der Mehrpreis bereits nach ca. 30000 km amortisiert.

Über welche Vorteile ­verfügen Biogas/Erdgas betriebene ­Fahrzeuge beim Wiederverkauf auf dem Occasionsmarkt im ­Vergleich zu anderen Fahrzeugmodellen?
Eine von Eurotax durchgeführte Studie über den Restwert von Erdgas/Biogas betriebenen Fahrzeugen zeigt, dass die modernen Fahrzeuge eine grosse Nachfrage auf dem Markt haben. Die durchschnittliche Standzeit bis zum Verkauf ist kürzer und der Erlös um rund 10% höher als bei vergleichbaren Fahrzeugen ohne Erdgas-/Biogasausrüstung.