Was, Jaap Vossen, muss ich mir unter M2M vorstellen?

M2M beziehungsweise machine-to-machine bezeichnet den automatisierten Informationsaustausch zwischen Maschinen und Objekten. Ein einfaches Beispiel ist ein Sicherheitssystem oder ein Zahlungsterminal. Sobald Sie einem Objekt oder einer Maschine die Möglichkeit geben «intelligent» zu sein, sind diese in der Lage, gleichsam selber zu denken und zu bewerten, welche Informationen relevant sind. Diese können sie dann an die richtige Stelle weiterleiten.

Wie funktioniertM2M genau?

M2M kann durch bestimmte Vorrichtungen, meist einen Sensor, der an einem Objekt oder einer Maschine angebracht ist, ein bestimmtes Ereignis über ein Netzwerk von Daten kommunizieren. Diese Sensoren erfassen zum Beispiel Informationen wie Temperatur, Licht, Bewegung, Höhe, Geschwindigkeit etc. Die Sensoren beinhalten eine M2M-SIM-Karte, die in der Lage ist, die Informationen drahtlos zu empfangen und zu senden, beispielweise an eine Cloud oder ein ERP-System. Dort werden die Informationen verarbeitet und sie lösen eine automatisierte Aktion aus.

Welche Unternehmen nutzen heute M2M?

Der wesentliche Vorteil von M2M ist, dass im Grunde jede Art von Unternehmung davon profitieren kann, sei es ein Grossunternehmen oder ein KMU. Von der Patientenüberwachung im Gesundheitswesen über automatisierte Zahlungssysteme bis zur Fracht-Überwachung in der Logistik und dem Flottenmanagement sind zahlreiche Anwendungen möglich. Es klingt etwas klischeehaft, aber die Möglichkeiten sind in der Tat praktisch unbegrenzt. Wir haben vor kurzem für einen Kunden eine Biertank-Monitoring-Lösung erarbeitet. Dabei wird der Tank automatisch überwacht. Gleichzeitig können automatisierte Bestellvorgänge ausgelöst werden, wenn der Tankinhalt einen bestimmten Punkt erreicht. Sie sehen: Es gibt immer mehr Möglichkeiten, die Effizienz zu steigern und den Kundenservice zu verbessern. Ein weiterer Vorteil, den M2M-Lösungen häufig bieten, liegt darin, dass sie neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Wird dieser Konnektivität-Level einmal erreicht, besteht manchmal die Möglichkeit ein «CAPEX-OPEX-Shift», das heisst einen Wechsel zwischen Kapital- und Betriebskosten, im Unternehmen vorzunehmen. Häufig ist es attraktiver, ein Investitionsgut zu leasen oder zu mieten, als es zu kaufen. Ein gutes Beispiel dafür ist Mobility Car Sharing, welches das M2M möglich macht. Die Möglichkeit, den Kunden mit B2B oder B2C zusätzliche Optionen anzubieten oder neue Angebote zu schaffen, kann ein echter Wettbewerbsvorteil sein.

Welches sind weitere konkrete Beispiele für M2M-Lösungen?

Wie bereits erwähnt, gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten. Etwa ein E-Bike das Statusinformationen wie Batteriestand liefert und einen Diebstahlschutz ermöglicht. Sämtliche Informationen werden automatisch mit dem Fahrrad-Sensor erfasst und dann ebenfalls automatisiert an den Fahrer weitergegeben. Sie erhalten sogar eine SMS von Ihrem Fahrrad, wenn jemand versucht dieses zu entwenden. Ein weiteres Beispiel ist eine Notfalluhr, mit welcher der Träger mittels eines Knopfdrucks Hilfe anfordern kann.

M2M ermöglicht auch eine Flotten-Telematik-Lösung?

Das ist in der Tat so. Mit dieser Lösung kann ein Unternehmen Kosten einsparen und die Effizienz steigern. Zum Beispiel können bei geeigneter Anwendung die Unfallrate und Ausfallzeiten von Fahrzeugen gesenkt werden. Zusätzlich ermöglicht die Flottentelematik die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen sowie die Optimierung der Fahrweise durch den Fahrer. Mittels Standard APIs (Programmierschnittstellen) können alle relevanten Informationen über die Fahrzeugflotte einfach in die bestehende IT Infrastruktur der Unternehmung übernommen werden. Durch diese Optimierungsmassnahmen verschafft sich das Unternehmen einen Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern. Um es noch einmal zu sagen: M2M-Lösungen können in jedem Wirtschaftszweig Arbeitsabläufe rationalisieren und zu Produktivitätssteigerungen führen. In der Automaten-Branche etwa melden sich Verkaufsautomaten selbstständig bei einem zentralen Rechner, wenn sie neu bestückt werden müssen. Zusätzlich kommt es zur Vermeidung von Ausfallzeiten. Die damit verbundenen Verbesserung der Geschäftsprozesse und die daraus folgenden Kosteneinsparungen bergen für die Industrie und die Gesellschaft insgesamt ein grosses Marktpotenzial.