Seit langem wird von Mobilitätsforschern...

...der Verkehrskollaps vorausgesagt. Viele Grossstädte und urbane Zentren stehen zu den Hauptverkehrszeiten tatsächlich an einer Kapazitätsgrenze. Mehr an Verkehrsbelastung geht nicht. Die ewigen Staus und die damit vernichteten Stunden an Arbeits- oder Freizeit zwingen uns zum Umdenken.

Intelligente Lösungen sind gefragt

Das Problem ist lange bekannt, Konzepte gibt es viele. Aber so richtig konkret ist derzeit wenig. Fachleute sind sich einig, es braucht intelligente Mobilitätslösungen, die auch mehrheitsfähig sind und gleichzeitig eine deutliche Entlastung bringen.

Balz Eggenberger ist Gründer und Managing Partner der fleetcompetence europe GmbH und beobachtet die Entwicklung unserer Mobilität professionell.

Erst vor kurzem ist er von einem internationalen Fachkongress zurückgekehrt und berichtet über die neuesten Erkenntnisse und Trends der Mobilitäsbranche. „Der neuste Trend heisst „Mobility as a Service“ MaaS.

Erstmals hat sich der weltweit grösste Softwarehersteller mit einem neuen Mobilitätssystem an einem solchen Anlass präsentiert“, so Eggenberger. „Dabei geht es darum, die gesamte Mobilität über eine einzige Mobility-App zu steuern und abzurechnen. Derzeit wird ein Test dieses Systems in den Niederlanden durchgeführt.“

Geteilte Mobilität wird in Europa unterschiedlich angenommen. Die Schweiz gilt im Bereich des Carsharings als Vorreiter. International haben sich verschiedene Carsharing-Modelle etabliert, verzetteln sich aber zusehends im Markt. Mancher Autohersteller, Mobilitätsclub, Autovermieter und Verkehrsanbieter hat sein separates Angebot auf dem Markt. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren noch fortsetzen. Es ist aber auch zu erwarten, dass sich die einzelnen Anbieter bündeln und ihre Mobilitäts-Angebote neu ausrichten und gewinnorientiert positionieren wollen.

Weg vom eigenen Auto zu „MaaS“

„Ich bin überzeugt, dass wir wegkommen müssen vom eigenen Auto für jedermann vor dem Haus oder in der Garage. Wenn wir die Stunden zusammenrechnen, die ein Auto ungenutzt herumsteht und sehen dass die Strassen trotzdem mit Stau belastet sind, ist das die einzig logische Erkenntnis“, sagt Balz Eggenberger.

Die erwähnten Car Sharing-Lösungen gehen heute bereits in diese Richtung. Man nutzt ein Auto nur dann, wenn man es braucht. MaaS geht dabei noch einen Schritt weiter. Es bietet Lösungen und Alternativen zum Auto an.

Dazu können Roller, E-Bike oder die ÖV-Nutzung gehören. Gebucht wird über eine eigens erstellte App mit dem Smartphone; abgerechnet wird monatlich, je nachdem von einem Mobilitätskonto des Mitarbeiters oder via Kreditkarte.

Dabei können „gesunde“ Verkehrsmittel wie Velo oder E-Bike auch noch mit Bonuspunkten gefördert werden. „Ich glaube, das ist auch für viele Firmen eine spannende Entwicklung“, ist Balz Eggenberger überzeugt. „Wie das definitive Geschäftsmodell dann aussieht und wer schlussendlich daran Geld verdient, ist derzeit noch offen.

Es braucht nun aber auch den Mut sich in diese Richtung zu bewegen.

Und je mehr namhafte Player in diesem globalen Markt auf den Zug aufspringen, je konkreter werden auch die Lösungen für den Mobilitätsnutzer.“