Dass die Bevölkerung Grossbritanniens für einen Austritt aus der EU gestimmt hat, sorgt in der Schweiz für grosse Verunsicherung.

«Wir haben im Augenblick noch keine Ahnung, was der Brexit ist und wie er dereinst aussehen wird»

Die Schweizer Medien reagierten ungläubig und schockiert auf den Brexit:

Noch sei derzeit kaum abzusehen, welche enormen Konsequenzen dieser Volksentscheid nach sich zieht, lautete der Tenor.

Und für die EU könne der Entscheid nach der Euro- und der Flüchtlingskrise kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen.

Grösste Unsicherheit

Für Erwin W. Heri, Professor für Nationalökonomie, ist eines klar. «Wir haben im Augenblick ja noch keine Ahnung, was der Brexit ist und wie er dereinst aussehen wird. Von daher ist es ausgesprochen schwierig, zu beurteilen, welche Auswirkungen er auf irgendeine Industrie oder die Volkswirtschaft in der Schweiz als Ganzes haben wird», hält Heri fest.

Wie wird der Brexit wann durchgezogen? Welche Rolle wird das britische Parlament spielen? Wird England unter Umständen sogar Mitglied der EFTA?

Und: Wie wird der neue US-Präsident bezüglich des internationalen Handels agieren? Alle diese Fragen, so Heri, könnten zurzeit nicht beantwortet werden.

«Abgesehen davon wird vielleicht die neue Handelspolitik der USA für die Schweiz viel prägnanter sein als alles, was der Brexit bringen kann.» Fakt sei, dass der schweizerische beziehungsweise der globale Handel sich in einer Phase grösster Unsicherheit befindet.

«Das Einzige, was man den entsprechenden Unternehmen heute raten kann, ist sich möglichst flexibel zu positionieren und die Situation aufmerksam zu verfolgen. Alles andere wäre reine Spekulation», betont Heri.