Firmenfahrzeuge gehören heute zum Alltag und Carsharing hat sich als Verkehrsmittel etabliert. Was spricht für ein Corporate Carsharing?

(TvU) Firmenfahrzeuge sind eine gute Sache. Gliedern wir die Nutzer in zwei Gruppen, dann haben wir den Handwerker, den Aussendienstler, die das Fahrzeug als Werkzeug nutzen, und den mehrheitlich im Büro tätigen Mitarbeiter, dem das Fahrzeug aufgrund seiner Funktion als Mitglied des Kaders oder als Lohnbestandteil zur Verfügung gestellt wird.

Ein eigenes Firmenauto zu haben, ist bequem. Viele dieser Fahrzeuge dienen aber lediglich dem Arbeitsweg; während acht Stunden stehen sie auf dem Firmenparkplatz und werden kaum genutzt. Das ist ineffizient und Ineffizienz ist teuer. Dabei gibt es viel interessantere Mobilitätskonzepte, welche ebenso flexibel und bequem sind wie das eigene Firmenfahrzeug.

 

Bedeutet das die Abkehr vom «eigenen» Firmenfahrzeug?

(BE) Der klassische Aussendienstmitarbeiter, der die ganze Woche mit Musterkoffern und Werbematerial unterwegs ist, oder der Handwerker mit seinem Servicewagen wird auch in Zukunft auf ein ihm zugeteiltes Fahrzeug angewiesen sein.

Wer jedoch nur gelegentlich im Aussendienst oder an externen Terminen unterwegs ist, hat schon heute ganz andere Möglichkeiten an intelligenter Mobilität. Kostspielig ist auch die neue, kantonal unterschiedliche Besteuerung von Firmenfahrzeugen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

 

Wohin geht die Entwicklung der Fahrzeugnutzung in der Firma?

(TvU) In Zukunft werden Firmenfahrzeuge anders genutzt. Carsharing hat sich im privaten Bereich seit Jahren durchgesetzt. Das wird künftig auch mit Firmenwagen möglich sein. Damit ist aber nicht ein Sekretariat gemeint, das die Schlüssel der freien Fahrzeuge verwaltet und herausgibt. Vielmehr geht die Entwicklung in Richtung eines flexiblen Mobilitätsbudgets pro Mitarbeiter.

Je nach Reiseziel und Material, das vor Ort benötigt wird, bucht der Mitarbeiter das passende Transportmittel. Das kann von dem repräsentativen Firmenwagen, dem Kleinwagen für eine Fahrt in die City bis hin zu einem E-Bike für eine Kurzdistanz gehen.

 

Digitalisierung ist in aller Munde. Wo und wie profitiert der Betreiber einer Fahrzeugflotte von dieser Entwicklung?

(BE) Steuerung, Nutzung und Verwaltung der Firmenfahrzeuge in jedem grösseren Unternehmen sind heute systemgesteuert. Flottenanbieter stellen entsprechende Tools zur Verfügung. Der Mitarbeiter meldet per App seinen Bedarf an und ein passendes Fahrzeug wird für ihn reserviert. Das System beachtet dabei Faktoren wie Kilometerleistung, Wartungsintervall oder Winterausrüstung eines Fahrzeuges. Die Nutzung dieses Systems ist per PC, Tablet oder Handy möglich.

 

Wie wird die Mobilität der modernen Unternehmen in zehn Jahren aussehen?

(BE) Unsere Verkehrswege sind während der Hauptverkehrszeiten heute schon massiv überlastet. Corporate Carsharing kann da eine sinnvolle Lösung bieten. Diese Art der Mobilität wird sich in den nächsten Jahren enorm weiterentwickeln. Wichtig ist es, dass die Mobilitätsanbieter ein integriertes Angebot bereitstellen, das einfach zugänglich und genauso simpel nutzbar ist.

So sollte die Nutzung des ÖV, eines Carsharing-Fahrzeugs, eines Taxis oder eines E-Bikes genauso flexibel und unkompliziert sein. Ende Monat erhält der Mitarbeiter die Mobilitätsabrechnung, ein Verfahren so einfach wie ein Handyvertrag.