Was, Herr Brunner, muss ich mir unter dreidimensionaler Kommunikation vorstellen?

Marken werden im Raum erlebbar gemacht, erhalten ein individuelles Gesicht und eine unverwechselbare Identität. Sie vermitteln den Besuchern ein gutes Gefühl und wirken nachhaltig.

Dreidimensionale Kommunikation bietet gegenüber allen anderen Instrumenten einzigartige multisensuale Erlebnisse und fördert den persönlichen Dialog und das direkte Erleben von Produkten und Marken im Raum.

Wo steht die Live-Kommunikation, also die zielgerichtete und systematische Planung von Veranstaltungen und Events derzeit?

Die Situation der Live-Communication-Branche ist erfreulich: Der Gesamtumsatz der Branche wächst, ebenso wächst die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter.

Am stärksten ist der Bereich der Corporate- und Mitarbeiterevents gewachsen.

Welche aktuellen Trends zeichnen sich hier ab?

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind aktuell die grossen Trends in der Branche.

Der Einsatz von Social-Media- und Videoplattformen, Screened Interaction und Apps hat klar zugenommen. Ebenso haben ökologisch nachhaltige Dienstleistungen an Bedeutung gewonnen.

Wie hat sich die Branche gewandelt, und welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung?

Der Mensch sehnt sich seit jeher und heute mehr denn je nach einem «Marktplatz», einem Platz, an dem er sich austauschen kann, Menschen beobachten, spüren und riechen kann.

Das kann «offline» und in beschränktem Masse auch «online» erfolgen. Oder eben auch beides. Produkte und Marken wollen trotz der heutigen Digitalisierung gefühlt und erlebt werden.

Um diese Emotionalisierung auf eine spannende, interaktive und involvierende Art und Weise erlebbar zu machen, wird täglich nach neuartigen Präsentationsarten gesucht. Die Schweiz ist als innovatives Land bekannt – das soll auch für die Schweizer Messelandschaft gelten.

Kann man durch Live-Kommunikation Emotionen hervorrufen, und wenn ja: Welche Rolle spielen diese in der MICE-Branche beziehungsweise wie hat sich diese verändert?

Emotionen sind das Wichtigste überhaupt. Live Events beispielsweise sprechen viel mehr Sinne an, vermitteln viel mehr Eindrücke. Sie sind ein gemeinsames Erlebnis und werden weiter existieren, werden jedoch je länger, desto mehr mit digitalen Komponenten angereichert. Dies erfordert natürlich ein Umdenken.