Die Logistikbranche hat an Volumen zugenommen und vergrössert ihre Rolle für die eidgenössische Volkswirtschaft und den Arbeitsmarkt. Das sagt die im Dezember veröffentlichte Logistikmarktstudie der Universität St. Gallen in Kooperation mit GS1 Schweiz. «Trotz der Wirtschaftskrise zeigt sich die Logistikbranche innovativ», sagt Peter A. Cologna, Managing Director der easyFairs Switzerland GmbH. Dies zeigt sich insbesondere in den angebotenen Komplettlösungen. «Die meisten Logistikanbieter übernehmen für ihren Kunden sämtliche Aufgaben wie Transport, Lagerung und Verzollung.» Der Logistikmarkt wies im 2011 ein Gesamtmarktvolumen von 37,1 Milliarden Franken auf, was eine Zunahme von 3,3 Prozent bedeutet.

Schweiz muss sich behaupten
Die Schweizer Logistik ist direkt von anderen Branchen abhängig und spürt rasch, wenn beispielsweise die Export- und Importindustrie leidet. So wird auch die Frankenstärke ein Thema. Eine weitere Herausforderung sind die Extrakosten, insbesondere im Umweltschutzbereich, aber auch Konkurrenz aus dem Ausland, die günstigere Dienstleistungen anbieten kann. «Hier muss die Schweizer Logistikindustrie vermehrt auf Schweizer Qualität hinweisen», erklärt Cologna. «Die Schweiz ist ein exportorientiertes Land, dadurch sind Unternehmen gezwungen, sich auch im Ausland zu behaupten.» Das bedeutet aber, dass die Logistiker nur tiefe Margen erzielen.

Die Zukunft der Logistik
Die Logistikbranche muss sich den veränderten Faktoren anpassen. «Kleine Unternehmer kämpfen um Ladungen, während die kapitalstarken expandieren.» Das Ausland eröffne aber Chancen. «Selbst China sucht neue und günstigere Produktionsstandorte – dadurch ergeben sich für Logistiker neue Märkte.» Laut Cologna muss sich die Logistik über den Kapazitätsengpass durch die gemeinsame Schienennutzung des Personen- und Güterverkehrs Gedanken machen. Wie überall nimmt Nachhaltigkeit, sogenannte Green Logistics, einen immer wichtigeren Platz ein. Dies nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen, bestätigt er. «Auf immer mehr Logistikgebäuden sind Solarpannels installiert. Die Logistiker versuchen brache liegende Flächen für die Energiegewinnung zu nutzen.»