Was genau sollte sich zum Jahreswechsel bei der Ausfuhr nach Deutschland ändern?
Ursprünglich sollte die Übergangsfrist zur Vornahme der papiergestützten Empfängerlisten, der Sammelzollanmeldungen, zum 31. Dezember 2011 definitiv ablaufen. Unternehmen, die bisher im Rahmen der Einfuhrverzollung unter Empfänger „diverse“ angegeben und der Sendung eine Papierliste mit allen Adressdaten der Empfänger beigelegt haben, hätten dieses Verfahren zum Jahresende nicht mehr anwenden können. Dann wäre eine Angabe der Umsatzsteueridentifikationsnummer und der neuen deutschen Zollnummer, EORI-Nummer, der Empfänger notwendig gewesen, deren digitale Überprüfung bei Papierlisten nicht möglich ist.

Und was bleibt nun zunächst beim Alten?
Das Bundesministerium für Finanzen hat entschieden, dass bis zum Inkrafttreten des Modernisierten Zollkodex der EU zum 24. Juni 2013 Schweizer Unternehmen weiterhin papiergestützte Empfängerlisten für die Sammelzollanmeldung verwenden dürfen – wenn die Waren in das Bestimmungsland Deutschland versendet werden. Die Verlängerung der Übergangsfrist gilt nicht für Waren, die in Deutschland veranlagt und dann weiter mit der Bestimmung in einem anderen Staat der EU versandt werden.

Welche Unternehmen dürften sich über die Verschiebung freuen?
Davon profitieren Unternehmen, welche aus der Schweiz ihre Waren direkt an deutsche Endkunden liefern. Sie verfügen in Deutschland über kein Zwischenlager und keine steuerliche Vertretung. Die Lieferung erfolgt meist in kleinen Sendungen für mehrere Endkunden. Damit können sie weiterhin bei der Einfuhrverzollung unter Empfänger „diverse“ angeben.

Warum modernisiert man den Zollkodex?
Ziel ist eine Vereinheitlichung der Zollverfahren und -verwaltungsabläufe in der EU. Existierende Regelungen sollen einfacher und übersichtlicher strukturiert werden. Neben der Verringerung des Betrugsrisikos soll auch die Sicherheit und der Schutz an den Aussengrenzen verstärkt werden. Um wirtschaftliches Wachstum zu fördern, soll die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöht werden, die in der EU tätig sind und auch Geschäftsverbindungen mit Unternehmen aus Drittstaaten pflegen.