Transport und Logistik bekommen in der Wirtschaft eine immer grössere Bedeutung. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

In einer globalisierten Weltwirtschaft akzentuiert sich die Rolle von Spedition und Logistik als Katalysator für Wertschöpfung und Versorgungssicherheit zunehmend. Industrie und Handel lagern Tätigkeiten aus, die nicht zu ihren Kernkompetenzen gehören. Der private Konsum tendiert zum Online-Kauf. Dies mündet in einer zunehmenden Bedeutung von Spedition und Logistik. Ohne sie stünden das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben still.

Was ist die zentrale Aufgabe des Verbandes Spedlogswiss?

Für unsere 330 Mitgliedsfirmen generieren wir geldwerten Nutzen, indem wir uns der Grund- und Weiterbildung unserer Fachleute widmen, ihre Interessen in Fachgremien und in der Politik in der Schweiz und weltweit vertreten und Dienstleistungen anbieten, die sie sonst nirgends bekommen.

Inwieweit haben Frankenstärke und Euro-Turbulenzen die Transport- und Logistikbranche beeinflusst?

Unsere Branche fühlt den Puls des Schweizer Aussenhandels direkt. Unsere Mitglieder spüren, dass es vor allem beim europäischen Import und Export harzt. Interkontinental ist das Wachstum stabil. Die Wirtschaft steht derzeit unter Druck und muss die Wettbewerbsfähigkeit in ausländischen Märkten wieder stärken. Dazu leisten wir unseren Beitrag durch Qualität, Effizienz und Innovation in unseren Dienstleistungen.

Im Beschaffungswesen werden ganze Teilprozesse ausgelagert. Welchen Einfluss hat das auf Ihre Mitgliederfirmen?

Die strategische Ergänzung des klassischen Speditionsgeschäftes hin zur Kontraktlogistik mit der Erbringung innovativer Serviceleistungen wird von vielen Mitgliedern als Chance genutzt. Unsere Branche hat hervorragende Zukunftsperspektiven, wenn wir intensiver in den Wertschöpfungsprozess unserer Kunden eingebunden sind und unser Know-how direkt einbringen können.

Schweizer Spediteure und Logistiker sind gefragt. Gibt es genügend Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt?

Wir investieren viel Zeit und Geld, um in Schulen, Bildungsmessen und Veranstaltungen junge Menschen für die Branche zu begeistern. Diese Investitionen zahlen sich langfristig aus, indem wir die qualitativ hochstehende Grundausbildung unserer Fachleute mit ergänzenden Weiterbildungsangeboten hochhalten und die Nachfrage im Personalmarkt aus eigener Kraft abdecken können.

Was macht der Verband Spedlogswiss für seine Mitgliederfirmen im Bereich Aus- und Weiterbildung?

Wir sind die beim Bund akkreditierte Fachorganisation zur Ausbildung von über 700 Lernenden in internationaler Speditionslogistik. Darüber hinaus bieten wir Weiterbildungslehrgänge mit eidgenössischem Abschluss an: Speditionsfachleute, Speditionsleiter und Zolldeklaranten. Bildung ist unsere zentrale Aufgabe, welche etwa die Hälfte unserer personellen und finanziellen Ressourcen beansprucht.

Welche Themenkreise Ihrer Branche sind derzeit auf der nationalen politischen Traktandenliste?

Die Revision des Gütertransportgesetzes im März dieses Jahres war ein Meilenstein. Wir haben unsere Fachkenntnisse und Erfahrungen zugunsten einer Verbesserung für den Wirtschaftsstandort einbringen können. Es geht im Weiteren um konkrete administrative Erleichterungen und Optimierung von Verzollungsprozessen, um den Unternehmen in der aktuellen Wirtschaftslage helfen zu können. Ich habe unsere Vorschläge bereits beim Bundesrat deponiert.