Nicht zuletzt durch das einmalige Vertriebs- und Logistiksystem des Frisch-Services hat die Marke Zweifel ihren hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Dies ist jedoch nicht nur das Resultat eines erfolgreichen Logistikkonzeptes. Hier wird das perfekte Zusammenspiel der Segmente Marketing, Vertrieb und Logistik demonstriert. Alles hat ganz klein angefangen.

Vater Heinrich Zweifel übernimmt von seinem verstorbenen Cousin die kleine Pomy-Chips-Produktion mit einer Feldküchen-Fritteuse und baut Ende der 1950er-Jahre die erste Chips-Fabrik der Schweiz in Zürich-Höngg. Sohn Hansheiri Zweifel startet mit vielen neuen Ideen seine Tätigkeit im Familienunternehmen. Legendär war dabei sicher die Zweifel-Karawane, welche jeden Samstag mit zehn auffällig bemalten VW-Bussen durch die Schweiz zog und Muster verteilte.

Solche Aktionen machten den Namen Zweifel und das Produkt in kürzester Zeit landesweit bekannt. Der Unternehmer Hansheiri Zweifel wurde am 16. April 2015 in die «Logistics Hall of Fame Switzerland» aufgenommen. 

Marketing und Logistik

Seit 1962 sind die Verkaufsberater in ihren leuchtend orangen Zweifel-Fahrzeugen unterwegs und liefern Chips und Snacks persönlich in jede Ecke der Schweiz – auch in kleine Dorfläden, ins Quartierrestaurant, in Kioske oder selbst abgelegene Bergrestaurants. Damit war der schweizweite Frisch-Service lanciert, ein damals einmaliges Instrument für modernes Marketing und Logistik.

Denn in Form des Verkaufsfahrers wurden Verkauf, Merchandising, Kundenbetreuung und Distribution in einer Person abgewickelt. Zudem entwickelte sich der Frisch-Service zu einem echten Verkaufsargument der Frische. Abgelaufene Ware wurde durch die Verkaufsfahrer kostenlos ausgetauscht. Der Frisch-Service von Zweifel war damals einzigartig und garantierte, dass die Chips jederzeit frisch und knusprig genossen werden können. Gleichzeitig garantiert der Lieferservice eine intensive Kundenbetreuung.

Das System wurde später von verschiedenen Markenproduzenten im Lebensmittelsektor kopiert, jedoch nie so konsequent gelebt wie bei Zweifel. Heute sind jeden Tag rund 150 Fahrzeuge im Frisch-Service auf den Strassen der Schweiz unterwegs.

Expansion, Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Durch die grosse Nachfrage nach frischen Chips und anderen Snacks musste die Fabrikation stetig erweitert werden. In Spreitenbach entstand eine neue Chips-Fabrik, die auch eine Expansion des Unternehmens ermöglichte. Später folgten eine eigene Kläranlage, die die Kartoffelstärke aus dem Wasser entfernte. Heute liefern 400 Schweizer Bauern ihre Kartoffeln an Zweifel für die Produktion der beliebten Chips.

Solaranlagen auf Dach

Ebenso wurde am neuen Produktionsstandort ein modernes Hochregallager für 5300 Paletten erstellt. Mit der Energie, die durch die Solaranlage auf dem Dach des Hochregallagers erzeugt wird, lässt sich rund die Hälfte des Strombedarfs des Logistikzentrums abdecken. Mit der Abwärme der Fritteusen werden die eigenen Produktions-, Lager- und Büroräume sowie auch ein grosses Lagerhaus in der Nachbarschaft mit Wärme versorgt.

Die Fritteusen werden fast ausschliesslich mit Erdgas anstatt mit Heizöl beheizt; so lässt sich der CO2-Ausstoss reduzieren. Die vom Frisch-Service zurückgenommenen Produkte landen nicht etwa im Abfall, sondern werden zu Bio-Gas verarbeitet.

Erkenntnisse eines Chips-Fabrikanten

Spricht man mit erfahrenen, erfolgreichen Unternehmern, kommt rasch die Frage auf: Was braucht es, um aus einer simplen Idee ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen? Die Antwort von Hansheiri Zweifel kommt auf den Punkt: «Viel Schweiss, etwas Vitamin B und eine schöne Portion Glück.»Was so einfach tönt, erläutert der 82-jährige Patron im Gespräch noch etwas genauer.

«Grundsätzlich braucht es für den Aufbau eines Unternehmens, für die Realisierung einer Idee immer viel Fleiss und viel eigene Leistung und Präsenz. Es braucht aber auch den richtigen Zeitpunkt, die richtigen Verbindungen und eine Portion Mut. Erst wenn diese Mischung stimmt, kann eine Idee zum Erfolg werden. Und auch bei mir ist wahrlich nicht jede Idee zu einem Erfolg geworden.» Die Unternehmen der Zweifel Holding sind heute zu 100% im Besitz der Familien Zweifel in zwei Generationen.