Rund 51 Millionen Tonnen an Gütern und Rohstoffen wurden im vergangenen Jahr in die Schweiz importiert. Dem stehen gerade einmal rund 15 Millionen Tonnen Güter gegenüber, die – insbesondere in den EU-Raum – exportiert wurden. „Bemerkenswert ist dabei, dass der Exportwert mit 197 Milliarden Franken den Importwert mit 177 Milliarden Franken überstieg“, sagt Kerstin Lampe, Dipl.-Wirtschafts-Ingenieurin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Logistikmanagement an der Universität St. Gallen. Sind es vor allem niedrigpreisige Produkte und Grundstoffe wie Mineralöle, die aus dem Ausland eingeführt werden, verlassen überwiegend hochwertige Produkte wie Maschinen oder Arzneimittel, sowie konsumnahe Produkte wie Uhren, den heimischen Boden. „Die Schweizer Wirtschaft hat sich sehr gut von der Wirtschaftskrise 2008/2009 erholt. Und auch die ersten Hochrechnungen für 2011 lassen trotz der aktuellen Finanzkrise auf eine bisher positive Entwicklung schliessen“, sagt Lampe.

Kampf an zwei Fronten
Trotzdem stellt der starke Franken nach wie vor ein grosses Problem im Hinblick auf die Exportleistung zahlreicher Schweizer Unternehmer da. Professor Dr. Wolfgang Stölzle, Leiter des Lehrstuhls für Logistikmanagement an der Universität St. Gallen, sagt: „Besonders betroffen sind Unternehmen, bei denen nicht nur der Wertschöpfungsprozess in der Schweiz, sondern auch ihre Exportleistungen gross sind.

“ Handelt es sich dann auch noch um Produkte mit einer geringen Marge, ist der Druck besonders hoch. Auch der Schweizer Logistikbranche macht dies zu schaffen. „Diese Unternehmen kämpfen an zwei Fronten. Zum einen geht es vielen ihrer Kunden schlecht, so dass auch für die Logistiker Aufträge ausbleiben. Zum anderen droht bei grenzüberschreitenden Leistungen Konkurrenz von Logistikunternehmen aus dem grenznahen Ausland“,  so Stölzle. Dabei dürfe aber nicht ausser Acht gelassen werden, dass das Kostenniveau in der Schweiz generell hoch ist, was es Export-Unternehmen schwer mache, so der Logistik-Experte. „Auch das Thema der Zollgrenzen spielt in der Schweiz eine grosse Rolle.“ Um die Import- und Exportleistungen zu erhöhen, müsse auch die Belastbarkeit der Transportwege weiter ausgebaut werden. Und nicht zuletzt beeinflusst die Wirtschaftspolitik eines Landes die Import- und Exportleistungen. Die Schweizer Wirtschaftspolitik bewertet Wolfgang Stölzle als grundsätzlich liberal und den Unternehmern zugetan.